Artemisia arborescens

Artemisia_arborescens_'powis_castle'_strauch-wermut Name Strauch-Wermut, Beifußbäumchen
Botanischer Name: Artemisia arborescens
Familie Asteraceae, Kobblütler
Pflanzen pro qm 1.50
Wikipedia Artemisia arborescens
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Powis Castle

Beschreibung

Naturstandort

Der Strauch-Wermut (Artemisia arborescens) kommt nahezu im gesamten Mittelmeerraum vor. Er steigt von den Tieflagen bis in etwa 500 m üNN auf. Einstellige Frostgrade können im Winterhalbjahr gelegentlich auftreten.

Er besiedelt Viehweiden, Wegränder, Straßenböschungen und gestörte, ruderale Plätze im Umfeld von Siedlungen.

Die Standorte sind (voll-)sonnig und im Hochsommer von Trockenstress geplagt. Die skelettreichen, gerne stickstoff- und basenreicheren Mineralböden sind gut drainiert, halten die Winterniederschläge aber hinreichend lange, um den Strauch-Wermut bis zum Frühsommer zur Blüte und Samenansatz kommen zu lassen. Die Sommerdepression übersteht die Art dann nicht selten gänzlich blattlos und allein auf die verholzten Triebe reduziert.



Artemisia arborescens entwickelt sich sehr rasch: 'Powis Castle' vier Monate nach der Pflanzung

Beschreibung

Artemisia arborescens ist ein wintergrüner Halbstrauch mit vreholzenden Trieben. Die Wildform erreicht am Naturstandort zwischen 60 und 140 cm Höhe und wird nahezu ebenso breit. Sie neigt zur Ausbildung kleiner Gebüsche.

Das Laub ist silbrig-grau-grün und fein gefiedert. Es verströmt einen angenehmen, würzig-vanilleartigen Geruch. Der bittere Geschmacksanteil der meisten Verwandten fehlt weitgehend. Es kann gut als mildes Gewürz und sogar frisch auf Brot verwendet werden.

Die Blütenstände mit den kleinen, gelben Röhrenblüten sind ohne ausgewiesenen Zierwert, stören aber auch nicht weiter. Sie erscheinen in Mitteleuropa im Hochsommer.

Im Handel ist ausschließlich die Auslese 'Powis Castle' erhältlich. Sie verholzt weniger und wächst stark in die Breite und weniger in die Höhe als die Wildform. Da sich die niederliegenden Triebe rasch bewurzeln, entstehen buschige Kissen von etwa 60-70 cm Höhe. Gebietet man der Expansion nicht gelegentlich Einhalt, entstehen flächige "Büsche".

Für größere Pflanzgefäße als Solitär oder auch in Mischbepflanzung z.B. mit kräftigen Ziergräsern ist der Strauch-Wermut ebenfalls eine gute Wahl. Die Überwinterung muss dann aber hell und frostfrei erfolgen.

Verwendungshinweise

Der Strauch-Wermut ist ganz sicher ein ansehnliches Gewächs. Wo die wintermilden Klimabedingungen dies zulassen, ist er eine interessante Bereicherung der Palette an graulaubigen Beifüßen.

Der optische Unterschied z.B. zu Artemisia-absinthium-Auslesen wie 'Lambrook Silver' ist aber eher gering und fällt vorrangig dem gut geschulten Auge auf. Im Regelfall lohnt sich daher das allwinterliche Bangen um das möglichst unversehrte Überleben eines Strauch-Wermuts nicht.

Davon abgesehen passt Artemisia arborescens gut in alle sonnig-warmen Mittelmeer-Thematiken und kann sowohl mit mediterranen Halbsträuchern als auch mit "Steppen-Gräsern" stimmig kombiniert werden.

Als Küchenkraut passt es auch in Kräutergärten. Man sollte aber den Platzbedarf nicht unterschätzen, der ohne großzügig eingeräumte Pflanzabstände kleineren Kräutern rasch zum Verhängnis werden wird.



Naturstandort (Sardinien): verblühtes Exemplar mit Trockenstress im Hochsommer

Kultur

Die eingeschränkte Winterhärte ist der limitierende Faktor für diese eigentlich sehr robuste Art. Es sollten grundsätzlich nur sehr geschützte Standorte verscuht werden. Selbst in ausgesprochen wintermilden Regionen Mitteleuropas sollte nie auf den zusätzlichen Schutz eines geschlossenen Innenhofes oder der Wärmeabstrahlung einer süd-orientierten Gebäudefassade verzichtet werden.

Auch im Sommerhalbjahr sind wärmebegünstigte, möglichst sonnige Standorte für eine optimale Entwicklung erforderlich.

Dem Strauch-Wermut bekommen gelegentliche, kurze Trockenphasen ganz gut. Trockenstress ist aber nicht zwingend erforderlich für einen kompakten Wuchs. In längeren Durstphasen leidet das Erscheinungsbild durch die Reduktion von Blattmasse sogar. Auf dauerhaft frischen, gut drainierten Mineralböden in voller Sonne entstehen die prächtigsten Exemplare.

Ein gelegentlicher Rückschnitt der Triebspitzen während des Sommerhalbjahres sorgt für eine reichere Verzweigung und kompakteren Wuchs.

Die Vermehrung erfolgt sehr zuverlässig über Weichholzstecklinge. Triebe mit Bodenkontakt bewurzeln sich rasch. Über Absenker kann man dies auch forcieren.

Sorten:

  • Powis Castle: 50-80 cm hoch und deutlich breiter werdend (Handelsstandard)

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
Strauch
Halb-/Zwergstrauch
horstartig
60-100 cm Höhe
gelb
grau-grün
silbrig
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
ausgeprägt
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
mittlere Böden
reiche Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
subtropische Klimate
Warmlagen
Europa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
mediterraner Schwerpunkt
Asien
Kleinasien
Vord. Orient
Afrika
Nordafrika
gut
Mittel
strukturbildender Gruppen-Solitär
verträglich
Bauerngarten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
Duftgarten
Duft ausgeprägt
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Insektenweide
Nebensortiment
Belaubung Lebensbereich
winter-/immergrün
Felssteppen
Gehölzrand/Staudenfluren