Rubus fruticosus

Rubus_fruticosus_echte_brombeere Name Echte Brombeere eins
Botanischer Name: Rubus fruticosus
Familie Rosaceae, Rosengewächse
Pflanzen pro qm 0.50
Wikipedia Rubus fruticosus
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Chester Thornless, Loch Ness, Loch Tay, Navaho

Beschreibung

Naturstandort

Die Brombeere (Rubus fruticosus) ist ein formenreicher Artenschwarm, dessen botanische Systematik ausgesprochen diversifiziert ist. Die Formenvielfalt ist durch Hybridisierungsvorgänge entstanden, aus denen durch Selbstfruchtbarkeit eigenständige, sich stabil versamende Formen hervorgegangen sind. 

Der Rubus-Fruticosus-Artenschwarm ist auf der gesamten Nordhalbkugel in den gemäßigten Klimaten verbreitet.

Die meisten Formen besiedeln sonnige Gehölzränder und Waldlichtungen. An standörtlich vergleichbaren, gestörten Orten wie Straßen- und Bahndämmen, alten Kiesgruben oder Stadtbrachen entwickeln sich oft ausgedehnte, undurchdringliche Brombeer-Gebüsche.

Die Standorte sind mehr oder weniger frisch, nahrhaft und bevorzugt basenreich.



Naturstandort entlang eines breiten Waldweges

Beschreibung

Rubus fruticosus ist ein sommer- bis wintergrüner Halbstrauch. Er entwickelt verholzende Triebe, die im zweiten Jahr blühen und fruchten und danach absterben.

Die langen, bogig überhängenden Jahrestriebe bauen sich im Verbund mit den unterirdischen Ausläufern bei den meisten Wildformen entweder zu undurchdringlichen Matten auf oder klimmen mit Hilfe ihrer Dornen spreizklimmend an anderen Gehölzen und sonstigen Rankhilfen in die Höhe. Klimmend können gut 400 (500) cm Höhe erreicht werden.

Bei Bodenkontakt bewurzeln sich die einjährigen Triebe. Diese Vermehrungsform spielt für die Vermehrung der Fruchtsorten die größte Rolle.

Die weißen Blüten erscheinen im Mai. Die bekannten Brombeerfrüchte sind zunächst grün, dann rot und nehmen bei zunehmender Fruchtreife im Hochsommer eine glänzend-schwarze Färbung an. Man findet über einen längeren Zeitraum alle Reifestadien gleichzeitig vor. Reife Brombeeren haften praktisch nicht mehr am Stil und lassen sich mühelos abziehen. Unreif geerntete Beeren reifen nicht mehr nach.

Die getrockneten Blätter können für die Zubereitung von Tee verwendet werden. Aus ihnen werden auch Medikamente u.a. zur Stillung von Schleimhautblutungen und zur Behandlung entzündlichen Hautveränderungen gewonnen.

Fruchtsorten der Brombeere sind heute mehr oder weniger dornenlos.

Verwendungshinweise

Die Wildformen der Brombeere sind nicht verwendungswürdig. Die meisten sind unangenehme Wucherer, die einen Garten unter unförmigen, früher oder später undurchdringlichen Strauchgebilden begraben können.

Im Garten spielen einzig die zivilisierten Fruchtsorten eine Rolle, denen zudem mit Hilfe von Gerüsten, Drähten und Rosenscheere Ketten angelegt werden.

Da die Kultur nicht ganz unaufwändig ist, bzw. einige Grundkenntnisse erfordert, empfiehlt sie sich vorrangig für den passionierten Gartenliebhaber.

In der Kultur- und v.a. Schnittführung einfachere Alternativen sind die wenig bekannten Japanische Weinbeere (Rubus phoenicolasius), die Brombeer-Himbeer-Hybride 'Dormand Red' und die Tayberry oder die Multi-Hybride Boysenbeere.

Kultur

Brombeeren werden mittlerweile in ganz Deutschland mehr oder weniger stark von der Kirschessigfliege befallen. Ohne chemischen Pflanzenschutz ist diese in vielen Regionen nur mühselig zu bekämpfen. Es gibt daher Stimmen, die eher zum Verzicht auf die Kultur von Brombeeren raten und stattdessen zu Himbeeren raten.

Generell stellen Brombeeren aber geringe Kulturansprüche. Ideal sind locker-humose, neutrale bis schwach saure  Mineralböden mit frischem Wasserhaushalt ohne Staunässe. Für einen optimalen Fruchtertrag darf zwischen Blüte und Fruchtreife möglichst kein Trockenstress auftreten.

Sonnige bis licht halbschattige Expositionen sind ebenfalls zuträglich. Auf vollsonnigen Standorten treten in Hitzephasen mitunter unschöne Verbrennungen an den Früchten auf.

Die Pflanzung erfolgt zur Vermeidung von winterlichen Ausfällen vorzugsweise im Frühling. Setzt man die Topfballen einige Daumenbreit tiefer, werden meist mehr Grundruten ausgebildet. Bei den meisten Fruchtsorten sind 4-6 Ruten für den Fruchtansatz ideal. Wüchsige, stark rankende Sorten behalten bis zu 10 Ruten.

Frucht-Brombeeren werden an Drahtverspannungen, Zäunen oder auch an Wandspalieren aufgebunden. Die vorjährigen Ruten setzen in ihrem zweiten Jahr Blüten und Beeren an. Diese Tragruten werden nach der Ernte bodentief beseitigt.

Die einjährigen, sogenannten Jungruten entwickeln mehr oder weniger ausgeprägte Seitentriebe. Diese werden vor der Ernte zur Erleichterung der Arbeit eingekürzt, aber erst ab dem Spätwinter auf ein bis zwei Knospen zurückgenommen. An diesen Nebentrieben entsteht der neue Fruchtansatz.

Manchmal entstehen übermäßig kräftige, mastig wirkende Jungtriebe. Diese können etwa Anfang Mai bis auf ca. 15 cm zurückgeschnitten werden. Es entwickeln sich dann mehrere schwächere Seiten-Jungtriebe mit höherer Widerstandskraft gegen Fröste und Krankheiten.

Sorten:

  • Chester Thornless: Fruchtreife Ende August bis Anfang Oktober, breitwüchsig, halb-aufrecht, großfruchtig, rosa Blüte
  • Loch Ness: Fruchtreife Ende Juli bis Mitte September,  halb-aufrecht, großfruchtig
  • Loch Tay: Fruchtreife Mitte Juli bis Mitte August,  halb-aufrecht, großfruchtig
  • Navaho: Fruchtreife Ende Juli bis Ende September,  aufrecht, großfruchtig

Bilder





Rubus_fruticosus_echte_brombeere


Rubus_fruticosus_echte_brombeere_2
Unreife Früchte

Attribute

Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Strauch
Halb-/Zwergstrauch
Normalstrauch
Kletterpflanze
Klimmend
breit ausladend
weiß
rosa
Mai
grün
dunkel-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
unbedeutend
frisch
gut drainiert
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
organische Böden
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gebüsche
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Amerika
Nordamerika
befriedigend
Mittel
Schlehen-Gebüsche
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Bauerngarten
Hauptsortiment
sommergrün
Gehölzrand/Staudenfluren