Scabiosa canescens

Scabiosa_canescens_duft-skabiose Name Graue Skabiose
Botanischer Name: Scabiosa canescens
Familie Dipsacaceae (Kardengewächse)
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Scabiosa canescens
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort

Scabiosa canescens hat ihren Verbreitungsschwerpunkt im süd-östlichen Europa von den Halb-Steppen Ungarns bis zum Balkan. Das gesamte Verbreitungsgebeit reicht aber vom zentralen Frankreich im Westen über Österreich bis in den Osten Polens.

In Deutschland kommt die Graue Skabiose im kontinental geprägten Osten der norddeutschen Tiefebe, den mitteldeutschen Trockengebieten im Regenschatten von Harz und Thüringer Wald, in der Oberrheinebene und Schwäbischer Alb sowie vereinzelt im Alpenvorland vor.

Sie ist eine Charakterart der trocken-warmen Blutstorchschnabelsäume, die sich in der Regel aus nicht mehr genutzten Kalk-Steppen- und Halbtrockenrasen entwickelt haben.

Entsprechend findet sich Scabiosa canescens auch regelmäßig in Kontinentalen Steppenrasen, insbesondere in Pfriemgrasgesellschaften ein.

Daneben kommt die Art in trocken-warmen Kiefernwäldern auf basenreichen Sandböden bzw. über Kalkfels an sonnigen Stellen ebenfalls vor.

Die schwach bis stark alkalischen Mineralböden sind stickstoffarm und im Sommerhalbjahr fortwährend von  Trockenstress geplagt. Die stark wärmebegünstigten Lagen verstärken diesen Stressfaktor.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (7)  Temperatur (7)  Kontinentalität (6)  Feuchte (3)  Reaktion (8)  Stickstoff (3)

Beschreibung

Scabiosa canescens ist eine horstige, sommergrüne Staude. Sie erreicht in Blüte Wuchshöhen zwischen 30 und 50 cm, in Kultur auf nahrhaften Böden auch bis zu 80 cm.

Die Grundblätter sind ungeteilt, während die Stengelblätter fiederteilig sind. Die leicht verzweigten Blütenstiele sind etwa ab der Hälfte nur kümerlich belaubt. Durch eine kurze, grau-filzige Behaarung erhalten die Blätter eine grau-grüne Erscheinung.

Die blass-rosa-violetten Blütenköpfe erscheinen recht ausdauernd ab der ersten Juli-Hälfte bis Ende August.

Verwendungshinweise

Die Graue Skabiose spielt bislang keine besondere Rolle in der traditionellen Gartenkultur, ist aber zumindest im Direktbezug sicher erhältlich.

Wer spektakuläre Blütenpracht sucht, ist mit der Art nicht gut bedient. Sie ist eher etwas für Freunde des zweiten Blicks und der subtilen Ästhetik.

Ihr zarter Blütenflor ist geradezu ein Muss in naturhaften Steppen- und Kiesgärten oder blütenreichen Kräuterwiesen.

Sie sollte grundsätzlich flächenhaft und individuenreich eingesetzt werden. Ihre luftigen Blütenstände schweben zwischen - nicht selten auch über -  ihren Begleitern. Sie bilden so einen verbindenden Schleier und lassen dennoch viel Raum für die Blüten anderer Trockenkünstler.

Kultur

Scabiosa canescens benötigt möglichst sonnige und wärmebegünstigte Lagen. Trockenstress beeindruckt sie überhaupt nicht und hilft ihr, sich gegen wüchsigere Konkurrenten zu behaupten.

Auf nahrhafte Böden reagiert sie mit üppigen, fast mastigem Höhenwuchs, der zu ungenügender Standfestigkeit führt. Auch kann die Winterhärte leiden, wenn keine kompakte Winterrosette ausgebildet wird.

Sie lässt sich in Neuanlagen hinreichend zuverlässig aus Saatgut etablieren. Allerdings werden bei Direktaussaat große Mengen Samen benötigt. Außerdem gehen im ersten Jahr nur sehr wenige Samen auf. Die höchste Keimrate wird erst im zweiten und dritten Jahr nach der Aussaat erreicht.

Bilder





Scabiosa_canescens_duft-skabiose

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
violett
Juli
August
grau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
Hügelland (collin)
gut
Mittel
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Sandtrockenrasen
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Staudenfluren Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Nadelwälder
Kiefernwälder
Sand-Kiefernwälder
Kiefer-Steppenwälder
Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Wiese
Nebensortiment
sommergrün
Lebensbereich
Felssteppen
Steppen
Heiden
Gehölzrand/Staudenfluren