Echium vulgare

Echium_vulgare___ Name Gemeine Natternzunge
Botanischer Name: Echium vulgare
Familie Boraginaceae
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Echium vulgare
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Blue Bedder

Beschreibung

Naturstandort

Echium vulgare ist in ganz Europa bis in das westliche Asien verbreitet. In Mitteleuropa dünnen die Vorkommen nur in den atlantisch geprägten Tiefebenen merklich aus.

Die Gemeine Natternzunge ist eine Kennart der Sandtrockenrasen, die bevorzugt in ihen basenreichen, etwas nahrhafteren Ausprägungen besiedelt werden. Die Art kommt aber auch stetig in Trockenrasen auf Kalkböden, in (ruderalen) Möhren-Steinkleefluren auf Schotterböden und in gelegentlich gestörten Ackersäumen vor. Auf zweijährigen Sand-Ackerbrachen entstehen mitunter eindrucksvolle Massenbestände.

Die Standorte sind meist vollsonnig und wärmebegünstigt. Die Wasserversorgung ist mäßig trocken bis frisch, dann aber immer sommertrocken.

Die Stickstoffversorgung ist mäßig. Basenreiche Substrate werden bevorzugt, die Art gedeiht aber gelegentlich auch auf sauren Substraten.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (9)  Temperatur (6)  Kontinentalität (3)  Feuchte (4)  Reaktion (8)  Stickstoff (4)

Foto: Gemeine Natternzunge: http://galasearch.de/plants/13562-echium-vulgare

Massenbestand auf einer Ackerbrache mit Graukresse

Beschreibung

Echium vulgare ist eine meist Zweijährige bis - seltener - kurzlebige Staude. Sie überwintert grün mit einer vielblättrigen Rosette, die einer ausgesprochen tiefreichenden, kräftigen Pfahlwurzel entspringt. Die Blätter sind rau behaart. Die feinen Stachelhaare bleiben beim Anfassen unangenehm in der Haut stecken.

Der hochaufgerichtete, vielblütige Blütenstand erreicht in Abhängigkeit von der Stickstoffversorgung Wuchshöhen von 30 bis 100 cm, im Extrem bis zu 170 cm. Die Blüten sind  mittelblau mit einem mehr oder weniger starkem Violettstich, seltener rosa oder sogar weiß.

In der Landschaft kann man blühende Exemplare von Mitte Mai bis in den Oktober hinein beobachten, die einzelne Pflanze blüht jedoch nur etwa vier Wochen. Die versetzten Blühzeitpunkte hängen mit dem Zeitpunkt der Keimung und dem Einfluss von Schnittmaßnahmen zusammen.

Die Samenstände sind den Winter hindurch strukturstabil, ihre Ästhetik ist von morbidem Charme, der sich vielleicht nicht jedem Betrachter auf den ersten Blick erschließt.

Verwendungshinweise

Echium vulgare ist vermutlich das schönste, gartenwürdigste Unkraut Mitteleuropas, noch vor der Wegwarte.

Es darf in naturhaften, mageren Trockenwiesen und sonnig-warmen Staudensäumen eigentlich nicht fehlen. Auch in steppenartigen Anlagen ist es - in Maßen - eine wirkungsvolle Bereicherung. Zum Glück stellt es sich auf allen trockenwarmen, etwas lückigen Flächen früher oder später von alleine ein. Lediglich in der nord-westdeutschen Tiefebene müsste man nachhelfen. Sobald sich allerdings die Vegetationsdecke schließt, muss man sich überall aktiv um den Fortbestand der Art kümmern.

Durch die Kurzlebigkeit und Versamungsfreudigkeit ist es nicht allzu standorttreu, bringt dadurch aber eine anregende Spontanität in die Flächen.

Auffällig ist die enorme Beliebtheit der Blüten bei Hummeln und Bienen.

Im Handel ist die Art zumindest im Direktversand oder als Saatgut sicher zu erhalten.

Kultur

Auf allen möglichst sonnigen, etwas stressbetonten Standorten, deren Vegetationsdecke nicht zu dicht schließt, ist die Gemeine Natternzunge ohne weitere Mühen dauerhaft zu kultivieren. Auf schweren Böden kümmert sie, versamt sie sich auch nicht erfolgreich und fällt daher rasch aus.

Ohne gelegentlichen Trockenstress neigen die Blütenstände selbst an sonnigen Standorten zum mastigen, lagernden Wuchs. Der Anblick ist dann ungepflegt. Will man sie auf dauerhaft frischen Substraten einsetzen, sollten diese daher relativ stickstoffarm sein.

Ein Rückschnitt des Blütenstandes kurz vor dem Verblühen der letzten Einzelblüten sorgt mit hoher Zuverlässigkeit für einen kräftigen, zweiten Blütenflor. Dieser nimmt aber eher eine kugelige Form an und erinnert nur entfernt an die Blütenschweife in der Hauptblüte. Die Blütenstände werden ziemlich genau um die Hälfte zurückgeschnitten, oberhalb der Stelle, wo in den Blattachseln die ersten Triebknospen sitzen.

Sorten:

  • Blue Bedder: gedrungene Auslese, bis 45 cm hoch, kürzere, verzweigte Blütenstände, so dass ein eher halbkugeliger Habitus entsteht. Einzelblüten sonst wie die Wildform.

Bilder





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Winterstruktur


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deformierte Blüte


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Samenstand


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deformierter Samenstand


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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
zweijährig
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
60-100 cm Höhe
100-150 cm Höhe
weiß
rosa
violett
blau
rosé-weiß
Juni
dunkel-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Kleinasien
Vord. Orient
gut
Gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Sandtrockenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Alpine Schuttfluren/Blockhalden Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Einsatzbereich Handelsgängigkeit
Kalk
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Trockene Sandheiden
Besenginsterheiden
Wacholdergebüsche
Bauerngarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
Substratstärke über 15 cm
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Wiese
Nebensortiment
Belaubung Lebensbereich
winter-/immergrün
Alpinum
Wiesen
Felssteppen
Steppen
Heiden
Gehölzrand/Staudenfluren