Papaver rhoeas

Papaver_rhoeas____%283%29 Name Klatschmohn
Botanischer Name: Papaver rhoeas
Familie Papaveraceae
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Papaver rhoeas
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Bridal Silk, Chorus, Europa Weiß, Pandora, Shirley

Beschreibung

Naturstandort

Der Klatschmohn ist heute nahezu weltweit in allen Regionen beheimatet, in denen Ackerbau betrieben wird. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in Eurasien und Nordafrika, das vermutlich auch das ursprüngliche Herkunftsgebiet darstellt.

In Deutschland ist er nahezu flächendeckend verbreitet, lediglich in den entkalkten Geest-Regionen der nord-deutschen Tiefebenen und den kühlen Hochlagen der Bergregionen weist er Verbreitungslücken auf.

Papaver rhoeas ist eine Kennart der Ackerbegleitfluren. Er ist aber auch in kurzlebigen, etwas wärmebegünstigten  Ruderalfluren und regelmäßig gestörten Queckenrasen anzutreffen.

Bevorzugt werden kalkhaltige, relativ nahrhafte Lehmböden in vollsonnigen bis halbschattigen Situationen. Die Wasserversorgung ist in der Regel frisch und wenn, dann nur im Hochsommer von gelegentlichem Trockenstress geprägt.

Foto: Ökologisch bewirtschafteter Acker mit Korn und Klatschmohn (:http://galasearch.de/plants/12851-papaver-rhoeas). Das ist ein schönes Beispiel für den Reiz der Reduktion von Komplexität. Mit nur zwei Pflanzenarten entsteht eine anrührende Szene.

Beschreibung

Papaver rhoeas ist eine horstige Einjährige. Sie erreicht Wuchshöhen von 40-60 cm, unter optimalen Bedingungen auch bis zu 90 cm.

Die großen, leuchtend purpur- bis orangeroten Blüten können bis zu 10 cm im Durchmesser messen. Seltener treten vioeltte oder weiße Varianten auf. Die Blütezeit beginnt ab Ende Mai und erstreckt sich bis Anfang Juli. Die einzelnen Blüten vergehen innerhalb eines Tages, die Pflanze produziert jedoch laufend neue Blüten nach.

Die Samenstände sind verholzende Kapseln, die bei Windbewegungen die extrem zahlreichen, feinen Samen ausstreuen.

Die borstig behaarten Blätter sind rein grün und doppelt fiederteilig geteilt.

Alle Pflanzenteile, insbesondere aber der weiße Milchsaft, sind reich an Giftstoffen, die bei Verzehr zu Übelkeitserscheinungen führen. Dennoch wurden junge Blätter, Blüten und auch unreife Fruchtkapseln roh in Salaten oder die Blätter auch gekocht wie Spinat verzehrt.

Verwendungshinweise

Ein vom Klatschmohn rot gefärbtes Kornfeld ist ein beeindruckender Anblick, der die Sehnsucht nach dem "guten" Landleben weckt.

Wer kein Kornfeld zu bestellen hat, muss dennoch nicht auf den Klatschmohn verzichten. Er kommt insbesondere in ländlich/bäuerlichen Rabatten sehr hübsch zur Geltung. Hier können auch die stark romantisierenden, gefüllten Auslesen eingesetzt werden. Die Auslesen werden auch unter der Bezeichnung "Seidenmohn" geführt und sind in verschiedenen Farbschlägen von Weiß bis Rosa und Pink erhältlich.

Sehr schön ist die Wildform auch in naturhaften, sonnig-warmen Wegrainen oder etwas lückiger gehaltenen Blütenwiesen.

Das knallige Rot des Mohns ist dabei erstaunlich harmonisch mit nahezu allen Farben kombinierbar, lediglich kräftiges Pink ist meist doch zuviel des Guten.

Kultur

Papaver rhoeas ist im Grunde anspruchslos und lässt sich sehr zuverlässig - am Besten im Spätsommer/Herbst oder im zeitigen Frühjahr - aussääen. Im Frühling gesääte Exemplare blühen etwas später, dadurch lässt sich die Blütezeit etwas verlängern.

Der Klatschmohn benötigt allerdings offene, Bodenstellen, um keimen zu können. Wo der Gärtner durch gelegentliche Bodenbearbeitung für konkurrenzarme Situationen sorgt, versamt er sich dann auch willig von alleine.

Günstige Standorte sind etwas wärmebegünstigt und im Frühling ohne längere Trockenphasen. Sommerliche Trockenphasen beeindrucken die Art dann nicht mehr, weil erstens die tiefreichende Pfahlwurzel meist noch an Wasserreserven des Bodens heranreicht und zweitens nach der Blüte im Juli die Pflanzen ohnehin bald vergehen.

Die idealerweise basenreichen Mineralböden sollten nicht staufeucht sein. Auf nahrhaften Böden ohne Wurzelkonkurrenz können die Pflanzen sehr üppige Dimensionen annehmen und sind nicht immer ausreichend standfest.

Sorten:

  • Bridal Silk: rein weiß mit gelben Staubgefäßen
  • Chorus: einfache, pastell-rosa-, -rot- und -apricotfarbene Blüten
  • Europa Weiß: dicht gefüllte, rein-weiße Blüten
  • Pandora: mehr oder weniger gefüllte Blüten mit farblicher Varianz von tiefem Burgunder-Rot bis Purpur-Rot, v.a. auf den außeren Blütenblättern mit auffälligen grau-weißen Streifen bzw. Flächen, zwischn 40 und 60 cm hoch
  • Shirley: gefüllte Blüten mit noch sichtbaren Staubgefäßen, alle Farbtöne von weiß über zart-rosa zu pink und rot

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
einjährig
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
60-100 cm Höhe
weiß
rot
rosa
rosé-weiß
pink
Juni
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
giftig
essbar
unbedeutend
frisch
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
mittlere Böden
reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Vord. Orient
Afrika
Nordafrika
sehr gut
Mittel
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
konkurrenzschwach
Bauerngarten
Repräsentative Gärten
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Insektenweide
Wiese
Handelsgängigkeit Belaubung
Raritäten/Saatgut
sommergrün