Matricaria recutita (chamomilla)

10891_matricaria_chamomilla Name Echte Kamille
Botanischer Name: Matricaria recutita (chamomilla)
Familie Asteraceae
Pflanzen pro qm 12.00
Wikipedia Matricaria recutita (chamomilla)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort

Matricaria recutita stammt ursprünglich aus den Kiesbänken und Schotter-Hängen der ostmediterranen Bergregionen. Mit der Ausbreitung des Ackerbaus hat sie aber in fast ganz Europa Einzug gehalten. Nach Osten ist sie ebenfalls archeophytisch über den Kaukasus bis in den Fernen Osten Russlads eingebürgert. In den gemäßigten Breiten ist sie vielerorts neophytisch eingeschleppt.

Auch in Deutschland ist die Echte Kamille nahezu flächendeckend vom Tiefland bis in die mittlere Montanstufe verbreitet.

Sie ist hier eine Kennart der Acker-Begleitfluren auf schwach alkalischen bis schwach sauren Lehmböden. Daneben kommt sie aber auch stetig in kurzlebigen Unkrautfluren und Trittrasen vor.

Die Standorte sind frisch und mäßig stickstoffreich. Bevorzugt werden (voll-)sonnige bis licht halbschattige Lagen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (7)  Temperatur (6)  Kontinentalität (5)  Feuchte (5)  Reaktion (5)  Stickstoff (5)

Beschreibung

Matricaria recutita ist einjährig sommergrün. Sie wächst horstig mit verzweigten Stengeln und erreicht je nach Standortgunst Wuchshöhen zwischen 20 und 40 cm.

Die kleinen Blütenköpfe mit den gelben Röhrenblüten und den weißen, "hängenden" Zungenblüten erscheinen zahlreich. Der Blütenflor erstreckt sich ausdauernd von Mitte Mai bis Mitte August.

Insbesondere die Blüten verströmen über ätherische Öle einen intensiven Kamilleduft. Die Öle werden kommerziell aus diversen Auslesen gewonnen, die besonders hohe Wirkstoffgehalte aufweisen. Die Blüten werden idealerweise im kühlen Schatten getrocknet und für medizinsiche Anwendungen mit kochendem Wasser aufgegossen.

Tees wirken beruhigend auf den Magen-Darmtrakt und mildern Magengeschwüre. Bekannt ist die schweißtreibende Anwendung bei Erkältungskrankeiten durch Inhalation. Außerdem wirkt die Droge in Hautumschläge und bei Spülungen von Schleimhäuten desinfizierend.

Verwendungshinweise

Matricaria recutita darf in keinem Kräutergarten fehlen, der tatsächlich auf die Nutzung von Pflanzen abzielt. Sie kann hier auch ganz ungezwungen entlang von Wegen, Beeträndern oder zwischen den anderen Kräutern stehen.

Generell besteht kein Mangel an Stauden und Kräutern mit kamilleartigem Erscheinungsbild. Viele sind sogar zierender und/oder ausdauernder. In ländlichen Gärten kann ein Einsatz an sonnigen Wegrändern dennoch sehr stimmig sein. Duft und ausgedehnte Blütezeit sprechen ja durchaus für die Art.

Im Handel ist sie problemlos als Saatgut erhältlich.

Kultur

Als Einjährige ist die Echte Kamille darauf angewiesen, dass ihre Wuchsorte im Herbst stark gestört bzw. umgebrochen werden. Ansonsten wird sie rasch verdrängt.

Wo dann sonnige, frische Mineralböden geboten werden, versamt sie sich willig und bleibt so jahrelang erhalten.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
einjährig
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
15-30 cm Höhe
30-60 cm Höhe
weiß
Mai
Juni
Juli
August
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
ungiftig
Heil-/Gewürzpflanze
frisch
vollsonnig
sonnig
halbschattig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
poröser Schotter
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren Einsatzbereich
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Vord. Orient
gut
Mittel
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
konkurrenzschwach
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Bauerngarten
Klostergarten
Handelsgängigkeit
Raritäten/Saatgut