Ulex europaeus

Genista_tinctoria_%282%29 Name Europäischer Stechginster
Botanischer Name: Ulex europaeus
Familie Fabaceae
Pflanzen pro qm 1.00
Wikipedia Ulex europaeus
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort

Ulex europaeus kommt im westlichen Mitteleuropa in stark atlantisch geprägten Regionen mit milden Wintern und feuchten Sommern vor. Die Art tritt in den gemäßigten Klimaten nahezu weltweit als nicht selten aggressiver Neophyt auf.

In Deutschland gilt der Europäische Stechginster als eingebürgerter Neophyt in Teilen der westdeutschen Tiefebene. Es gibt weitere, unbeständige Vorkommen im östlichen Tiefland und in den nördlichen Mittelgebirgsregionen.

Der lichtliebende Europäische Stechginster besiedelt vorrangig subatlantische Brombeergebüsche auf nährstoffarmen, sauren Sandböden. Sie sind oft den sonnenexponierten Rändern von Eichenmischwäldern vorgelagert.

In den Küstenregionen kommt er aber auch stetig in Heideflächen und den entkalkten, salzfreien Graudünen vor.

Die Wasserversorgung ist auf sehr leichten Böden mäßig-trocken, auf grundwassernahen Standorten z.B. in Dünentälern aber auch dauerhaft frisch bis feucht.

Beschreibung

Ulex europaeus ist ein sommergrüner Strauch mit sparrigem, etwas amorphen Wuchs. Durch die extrem dicht stehenden dunkel-grau-grünen Dornen wirkt die Art aber immergrün. Zumal die gefiederten Laubblätter keine nennenswerte Massen erreichen.

Die trägwüchsige Art errreicht Wuchshöhen zwische 80 und 120 cm, alte Exemplare können auch fast 200 cm Höhe erreichen.

Die gelben Schmetterlingsblüten erscheinen zahlreich von Anfang Mai bis Mitte Juli. Eine Nachblüte im Herbst, teilweise bis in den Frühwinter ist in atlantischen Regionen nicht unüblich.

Wie die meisten Schmetterlingsblütler sammelt auch Ulex europaeus mit Hilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff, der sich im Wurzelraum anreichert.

Die gesamte Pflanze ist stark giftig, wird aber auch medizinisch verwendet.

Verwendungshinweise

Ulex europaeus ist eine sonderbare Erscheinung, die zwischen "hässlich" und "bizarr" pendelt. Der strukturlose Habitus lässt den Betrachter etwas ratlos zurück. Hilfreich ist ein gelegentlicher Rückschnitt, der zu kompakteren, klareren Wuchsformen führt. Auf der anderen Seite ist ein von tief-gelben Blüten überzogener Ulex-Busch ein durchaus reizvoller Anblick.

Am überzeugendsten kommt die Art als Solitär oder in lockeren Solitärgruppen in weiträumigen Heidegärten zur Geltung. Die Art ist gut schnittverträglich und kann zu kompakten Formschnitten erzogen werden. V.a. in betont dynamisch-naturhaften, steppenartigen Anlagen können solche Formen ein spannungsreiches Widerlager als Zeichen der Kontrolle und Statik bilden.

Als Formschnitt ist die Art auch als Kübelpflanze für Terrassen- und Balkongärten geeignet, der Wurzelballen sollte allerdings nicht vollständig durchfrieren und die Bewässerung muss im Winter - reduziert - fortgesetzt werden.

Mitunter wird der Europäische Stechginster auch zur Entwicklung unüberwindlicher Einfriedungen verwendet, seltener in pflegeleichten öffentlichen Grünanlagen.

Kultur

Ulex europaeus ist in möglichst sonnigen Lagen ausgesprochen anspruchslos. Nach der Etablierung sorgt die tiefreichende Pfahlwurzel und die verdunstungsoptimierte Blatt-Dornenstruktur zumindest in atlantischen Regionen mit hohen Sommerniederschlägen auch auf leichten Sandböden für eine Unabhängigkeit von künstlicher Bewässerung. Allerdings sind die in kontinentalen Regionen häufiger auftretenden sommerlichen Hitze- und Trockenphasen auf leichten Böden der Vitalität dann doch abträglich.

Generell werden leichtere Mineral-Böden bevorzugt, in Kultur gedeiht die Art aber auch auf lehmigen Böden. Sie wirkt hier allerdings oft deplaziert, weil die Begleitflora nicht recht zum erwarteten Lebensraumbild der Art passen will. Auf kalkhaltigeren Böden entstehen Chlorosen.

Der Europäische Stechginster ist etwas frostempfindlich und friert v.a. in kontinentalen Gebieten mit den häufiger auftretenden Tieffrostphasen regelmäßig bodentief zurück. Er treibt meist willig wieder aus, bleibt dadurch aber niedrigwüchsig.

Im atlantischen Tiefland neigt die Art zur willigen Versamung, ist aber im Garten gut zu kontrollieren.

Bilder





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Attribute

Lebensform Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung
Strauch
Klein-Strauch
Normalstrauch
gelb
Juni
dunkel-grün
grau-grün
stark giftig
Heil-/Gewürzpflanze
Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
feucht
vollsonnig
sonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
stark sauer
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen Staudenfluren
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mitteleuropa
befriedigend
Sehr gering
strukturbildender Solitär
strukturbildender Gruppen-Solitär
verträglich
Bodensaure Borstgrasrasen
Strand-Dünen
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Gebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit
Trockene Sandheiden
Besenginsterheiden
Wacholdergebüsche
Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
Schlehen-Gebüsche
Dünen-Gebüsche
Eichenwälder
Bodensauere Eichenmischwälder
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Heidegarten
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
Klostergarten
öffentliches Grün
Straßenbegleitgrün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Hecken
Schnitthecke
Freie Blütenhecke
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
winter-/immergrün
Heiden
Gehölzrand/Staudenfluren