Stipa pulcherrima

Stipa_pulcherrima____%282%29 Name Großes Reiher-Federgras
Botanischer Name: Stipa pulcherrima
Familie Poaceae
Pflanzen pro qm 6.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

var. nudicostata

Beschreibung

Naturstandort

Stipa pulcherrima kommt vom Nord-Westen Afrikas und die iberische Halbinsel bis Mittel- und Osteuropa, über den Balkan nach Kleinasien, den Kaukasus und das westliche Sibirien in verschiedenen Unterarten vor. Das Reiher-Federgras tritt vorrangig in den Tiefebenen und im Hügelland auf.

In Deutschland ist die Art extrem selten und nur in den ausgesprochenen Trockengebieten im Regenschatten der Mittelgebirge anzutreffen. Im Osten Brandenburgs bestehen noch wenige Einzelvorkommen im Odertal.

Das Reiher-Federgras ist eine Charakterart der Kontinentalen Federgras-Steppen auf südexponierte Hängen über basenreichen und sehr durchlässigen Sand- und leichten Lehmböden. Stipa pulcherrima zeigt hier die extrem stickstoffarme und extrem trockenen Ausprägungen an.

Als wärmebedürftige und sehr hitzeverträgliche Art kommt sie vereinzelt zudem in submediterranen Trockenrasen vor.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (9)  Temperatur (8)  Kontinentalität (7)  Feuchte (1)  Reaktion (8)  Stickstoff (1)



Zur Vollreife in einem Kiesgarten mit Lavendel

Beschreibung

Stipa pulcherrima ist ein sommergrünes Horstgras mit elegant bogigen Wuchs und einer Höhe von 80 bis 100 cm. Die in der Regel gehandelte Varietät var. nudicostata hat bläulich-grau-grünes Laub.

Die lockeren, großen und schweifartig überhängenden Blütenrispen sind silbrig-strohig und erscheinen ab Ende Mai/Anfang Juni.

Von Mitte Juni bis Ende Juli erscheinen die extrem lang begrannten Samen. Die an Reiherfedern erinnernden Grannen dienen der Windverbreitung. Die Samen selbst weisen einen sehr effektiven Widerhaken zur Verbreitung im Fell von Tieren.

Verwendungshinweise

Das Große Reiher-Federgras ist eines der ansprechendsten Horstgräser für trocken-warme Steppenanlagen und mediterrane Gärten. Es kommt v.a. als Solitär sehr gut zur Geltung. Eindrucksvoll ist es aber auch als Aspektbildner in weitflächiger Verwendung.

Leider zerfallen die Blütenrispen bereits im Hochsommer und die meisten Unterarten wirken struppig. Größere Gruppen oder Bestände vermitteln dann einen abgestorbenen Eindruck. Sinnvoll ist daher die Pflanzung in größeren Abständen zwischen den Horsten, in denen dauerhaft zierende Begleiter wie die Schillergräser oder auch das Sand-Lieschgras (Phlomis phlomoides) die Gräsermatrix attraktiv halten. 

Die handelsübliche Varietät var. nudicostata bleibt im Laub meist ganzjährig ansehnlich und ist generell die ästhetisch überzeugendste Wahl.

Kultur

Die Standorte sollten vollsonnig, trocken-warm und möglichst nährstoffarm sein. Auf gut drainierten, gerne tiefgründigen Lockerböden benötigt die Art dann wenig gärtnerische Unterstützung. Stickstoffreichere Böden werden zwar in üppiges, dennoch natürlich wirkendes Wachstum umgesetzt. Der Druck durch wüchsigere Begleiter oder Wildkräuter ist dann aber hoch und Schattendruck verdrängt die Art ohne tätige Hilfe früher oder später.

Die Pflanzen entwickeln sich etwas träge, es dauert durchaus 3-5 Jahre, bis die Endgröße erreicht wird.

Sehr ungünstig sind Bodenverdichtung und höhere Humusanteile. Das Wurzelwerk und damit die ganze Pflanze kümmert hier.

Sorten:

  • var. nudicostata: das Reiherfedergras, das im Handel meist unter "Stipa barbata" erhältlich ist. Ganzjährig blau-grau-grünes Laub

Bilder





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Hochsommeraspekt


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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
horstartig
60-100 cm Höhe
gelblich-grün
Juni
Juli
grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Afrika
Nordafrika
gut
Mittel
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Trockenrasen Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
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