Robinia pseudoacacia

11092-3 Name Gewöhnliche Robinie, Schein-Akazie
Botanischer Name: Robinia pseudoacacia
Familie Fabaceae, Schmetterlingsblütler
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Robinia pseudoacacia
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Bessoniana, Frisia, Nyirsegi, Pyramidalis, Sandraudiga, Semperflorens, Umbraculifera, Unifolia, Tortuosa

Beschreibung

Naturstandort

Robinia pseudoacacia ist im Zuge der letzten Eiszeit in Europa ausgestorben und kommt natürlicherweise heute in den östlichen USA vor. Sie steigt hier von den Tieflagen bis in montane Höhenlagen auf. Durch forstbauliche Aktivitäten wurde sie aber in weiten Teilen des Kontinents verschleppt.

In Nordamerika besiedelt sie als Pionierbaum v.a. Kahlschlagsflächen oder Brandstellen innerhalb geschlossener Waldgebiete. Die lichtbedürftige Robinie leitet hier die Wiederbewaldung ein und wird langfristig von hochwüchsigeren Klimax-Baumarten ausgedunkelt.

Bevorzugt werden lockerer Mineralböden mit frischer bis mäßig trockener Wasserversorgung besiedelt.

Mit der Einführung der Robinie im 17. Jahrhundert hat sich die Art in Mitteleuropa in trocken-warmen Biotopen und urbanen Ruderalfluren massiv ausgebreitet. Durch Verschattung und Nährstoffakkumulation (Knöllchenbakterien) bedroht sie v.a. Magerrasenstandorte.

Anders als in Nordamerika hält sie sich in Europa bislang über Jahrzehnte hartnäckig in Wäldern und Forsten auf armen, trockenen Böden. Unter Umständen ist in Europa selbst die Buche auf diesen Standorten nicht in der Lage, die Robinie ausreichend zu verschatten.

In Deutschland fehlt sie nur in Schleswig-Holstein weitgehend, konzentriert ihre Vorkommen aber auf die süddeutschen Wärmegebiete und die sommerwarmen, kontinental geprägten Teile Ostdeutschlands. Hier hat sie auch ihre bedeutendsten forstlichen Anbauflächen.

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Torsituationen mit Robinia 'Umbraculifera' sind ein beliebtes Motiv

Beschreibung

Die Robinie ist ein sommergrüner Baum von 20 m Höhe im Freistand und bis zu 30 m Höhe im Bestand. Die lockere Krone ist hochgewölbt und durch krummwüchsige Äste sehr malerisch.

Die Art neigt auch als Hochstamm stark zu Wurzelausläufern und hat ein sehr hohes Ausschlagsvermögen. Gefällte Exemplare intensivieren die vegetative Ausbreitung durch Wurzelschößlinge und können dichte Gebüsche entwickeln.

Die weißen, stark süßlich duftenden Schmetterlingsblüten erscheinen in großen, hängenden Trauben mit dem späten Laubaustrieb Ende Mai/Anfang Juni. Samen und Rinde sind giftig.

Die Herbstfärbung ist leuchtend gelb, setzt spät ein, fällt aber auch innerhalb von Tagen.

Das Holz der Robinie ist ausgesprochen witterungsbeständig und kann es diesbezüglich mit vielen tropischen Hölzern aufnehmen. Sie neigt allerdings zu verdrehten Wuchsformen, die die Holzverarbeitung erschweren.

Verwendungshinweise

Robinia pseudoacacia ist ein im Grunde wunderschöner Baum. Durch sein invasives Auftreten in ruderalisierten Flächen im urbanen und suburbanen Raum wird die Robinie jedoch v.a. in Süd- und Ostdeutschland mit gestörten Plätzen in Verbindung gebracht, was ihre Wirkung hier schmälert.

Ungewöhnlich ist die Sorte "Frisia" mit leuchtend grün-gelbem Laub. Die kleine, kugelige Kronen ausbildende Sorte "Umbraculifera" wirkt v.a. als Portikus vor historischer Bausubstanz überzeugend.

Generell sollte die Robinie nur in Innenstadtlagen verwendet werden, um die Gefahr des Übergreifens auf wertvolle Offenlandbiotope zu minimieren.

Robinien können auf größeren Stadtplätzen oder vor historischen Gebäuden in sonnig-warmen Lagen als Solitäre oder in schmalkronigen bzw. schwachwüchsigen Sorten als Straßenbaum verwendet werden. Im Alter wird viel Totholz gebildet, was den Pflegeschnittaufwand bzw. die Windbruchanfälligkeit erhöht.

Kultur

Die vollkommen winterharte Robinie ist sehr anspruchslos und toleriert alle nicht zu sauren, durchlässigen Substrate.

Streusalzeinfluss und stadtklimatische Belastungssituationen werden klaglos ertragen. Staunasse und kühl-feuchte, verschattete Standorte sind ungünstig.

Sorten:

  • Bessoniana: 22/10 m hoch/breit, ei-rundliche Krone
  • Frisia: 10-14/6-8 m hoch/breit, orange-gelber Laubaustrieb, sommer- und Herbstfärbung gold-gelb
  • Nyirsegi: 30/10 m hoch/breit, hoch-ovale Krone, hell-grünes Laub
  • Pyramidalis: 16/4 m hoch/breit, kegelförmige Krone
  • Sandraudiga: 22/15 m hoch/breit, breit-pyramidale, sehr lockere Krone, grau-grünes Laub
  • Semperflorens: 24/16 m hoch/breit, +- rundkronig, blaustichig dunkel-grünes Laub
  • Umbraculifera: 6/4 m hoch/breit, kugelförmige Krone, mittel-grünes Laub, nicht blühend, kaum Ausläufer treibend
  • Unifolia: 17/9 m hoch/breit, hoch-gewölbte Krone
  • Tortuosa: 15/8 m hoch/breit, drehwüchsig, im Alter schirmförmige Krone mit wagerechten Ästen

Bilder





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[Frisia]


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[Umbraculifera]


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Umbraculifera


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[var. coluteoides]


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Attribute

Lebensform Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung
Baum
Kleinbäume
Mittelgroße Bäume
Großbäume
weiß
Juni
grün
hellgrün
dunkel-grün
blau-grün
gelblich
zierende Herbstfärbung
giftig
Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
ausgeprägt
trocken
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
salzhaltig
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Amerika
Nordamerika
befriedigend
Sehr gering
strukturbildender Solitär
verträglich
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
Klostergarten
öffentliches Grün
Straßenbäume
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
sommergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren