Rhus typhina (Rhus hirta)

Rhus_typhina_essigbaum_11 Name Essigbaum, Hirschkolben-Sumach
Botanischer Name: Rhus typhina (Rhus hirta)
Familie Anacardiaceae, Sumachgewächse
Pflanzen pro qm 1.00
Wikipedia Rhus typhina (Rhus hirta)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Dissecta, Tiger Eyes

Beschreibung

Naturstandort

Der Essigbaum (Rhus typhina) stammt aus den östlichen USA, wo sie auf trocken-warmen, skelettreichen Rohböden in Prärie- und Savannen-Gebüschen, in sonnigen Waldrändern und in Ruderalfluren von der Hügelstufe bis in hochmontane Regionen wächst.

Der Essigbaum dringt auch invasiv in brachfallende, trockene wie feuchtere Magerwiesen ein, wo er dichte, nahezu krautschichtfreie Gebüschgruppen bildet. Diese Gebüsche leiten die Wiederbewaldung ein, da Klimaxbaumarten unter Essigbaum-Dickichten günstige Keimbedingungen vorfinden.

In Deutschland bürgert sich die Art derzeit als Neophyt in Siedlungsnähe in trocken-warmen, nahrhaften Ruderalfluren auf sandigen oder schottrigen Substraten ein. Da sie sich kaum versamt, ist ihr Ausbreitungspotenzial in die freie Landschaft und damit die Bedrohung z.B. von artenreichen Magerrasen begrenzt.

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Typischer Bestand an einer Straßenböschung in Herbstfärbung

Beschreibung

Der Scharlach-Essigbaum ist ein sommergrüner, durch weitstreichende Wurzelausläufer breit-buschiger Strauch von 4 (6) m Wuchshöhe oder bis 10 m hoher, kurz und/oder mehrstämmiger Kleinbaum mit im breiter, schirmartiger Krone. Baumförmige Exemplare entwickeln normalerweise keine Wurzelausläufer mehr.

Die grünliche Blüte im Juli steht in dichten Rispen und ieht v.a. Bienen stark an. Die Blüte selbst ist unauffällig, während der weinrote, aufrecht stehende Fruchstand zierend ist. Die Samen reifen in Mitteleuropa in der Regel nicht aus.

Die Fruchtstände bleiben über Winter am Baum und verleihen dem Habitus zusammen mit der geweihartigen Verzweigung eine charakteristische Winterstruktur. Bedeutsam ist außerdem die spektakuläre, orange-rote, leuchtende Herbstfärbung.

Rhus typhina ist v.a. auf nahrhaften Böden schnellwüchsig, allerdings für ein Gehölz relativ kurzlebig.

Gelegentlich wird die Art auch unter dem Synonym "Rhus hirta" behandelt.



Typische Wuchsform als Kleinbaum mit schirmartiger Krone

Verwendungshinweise

Der Essigbaum ist eine in suburbanen Siedlungen und urbanisierten Dörfern sehr beliebtes Ziergehölz. Sein neophytischer Charakter bringt ihn zudem in Assoziation mit gestörten Plätzen. Seine Hochzeit hatte die Art in den 1960er bis in die frühen 1980er Jahre und ist danach etwas aus der Mode gekommen. Er feiert derzeit ein kleines Comeback in dynamischen Prärie-Pflanzungen.

Ein Einsatz in anspruchsvollen Anlagen kommt eigentlich nur in Sonderfällen in Frage, obwohl er objektiv betrachtet ein durchaus attraktives Gehölz ist.

Um seine gewöhnliche Ausstrahlung abzustreifen muss er aber in sehr exklusivem Umfeld bzw. in ungewohnten SItuationen verwendet werden, in dem man ihn nicht vermuten würde.

Denkbar sind z.B. Solitärstellungen als mehrstämmige Schirmform in gepflegten Parkanlagen auf weitläufigen Rasenflächen oder in reduktionistischen Gestaltungsansätzen an hochwertiger, moderner Architektur. In beiden Fällen muss dem Essigbaum sehr viel Raum gelassen werden. Die einstämmige Baumform ist aber auch in repräsentativen Situationen nur mit viel Kreativität gewinnbringend integrierbar.

Dynamische Bilder entstehen in prärieartigen Anlagen, wenn die Sträucher alle zwei bis drei Jahre auf den Stock gesetzt wird. V.a. die Herbstfärbung in Kombination mit den Samenständen hoher Ziergräser bietet sehr ansehnliche Bilder.

Durchaus apart ist die geschlitztblättrige Form "Dissecta".

Ein Einsatz in pflegefreien öffentlichen Grünanlagen und Straßenbegleitgrün kommt trotz der Anspruchslosigkeit nicht wirklich in Frage, da die Flächen dann noch ungepflegter wirken.



'Dissecta' verhält sich kaum expansiv und kann relativ sorglos verwendet werden.

Kultur

Die lichtliebende, ansonsten extrem anspruchslose Art benötigt auch aufgrund der Wurzelausläufer ausreichend Platz.

Die Ausläufer können in Pflanzflächen sehr lästig werden, v.a. nach Rückschnitt der Haupttriebe setzt meist enormes Ausläuferwachstum ein. Kräftige Wurzelsperren werden aber respektiert. In Rasen-Flächen beseitigt der häufige Rasenschnitt die Ausläufer automatisch ohne Mehraufwand.



Mehrstämmige Schirmformen stellen die repräsentativste Verwendungsweise dar.

Sorten:

  • Dissecta: schwachwüchsiger 3/6 m hoch/breit, mit fein fiederteiligen Blättern, breit, halb-niederliegender, bizarrer Wuchs, nur strauchförmig, geringe Neigung zur Ausläuferbildung
  • Tiger Eyes: Dissecta-Auslese mit hell-grünem Blattaustrieb und gelblich-grüner Sommerfärbung, Blattränder nicht fiederteilig sondern tief eingeschnitten (selten im Handel)

Bilder





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Dissecta


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Dissecta

Attribute

Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Strauch
Großstrauch
Baum
Kleinbäume
breit ausladend
grün
Juni
grün
zierende Herbstfärbung
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Amerika
Nordamerika
befriedigend
Sehr gering
strukturbildender Solitär
unverträglich
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Bauerngarten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
öffentliches Grün
Straßenbegleitgrün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Hauptsortiment
sommergrün
zierende Winterstruktur
Felssteppen
Steppen
Gehölzrand/Staudenfluren