Prunus domestica

3171-1 Name Hauspflaume
Botanischer Name: Prunus domestica
Familie Rosaceae
Pflanzen pro qm 0.00
Wikipedia Prunus domestica
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Anna Späth, Auerbacher, Bühler Frühe, Ersinger Frühe, Graf Althanns, Große Grüne, Hauszwetsche, Hanita, Italienische Zwetsche, Königin Viktoria, Lützelsacher Frühe, Ontario, Oullins, Reneklode, ssp. pomariorum, ssp. syriaca, The Czar, Von Nancy, Wangenheimer Frühe

Beschreibung

Naturstandort

Prunus domestica ist eine Zuchtform, die möglicherweise eine Art-Hybride aus Prunus cerasifera und Prunus spinosa ist.

Als Kulturflüchtling ist die Hauspflaume in urbanen Räumen und in der Nähe dörflicher Siedlungen ein verbreitet eingebürgerter Archaeophyt in wärmebegünstigten Schlehen-Gebüschen.

Hauspflaumen bevorzugen durchlässige, humos-nahrhafte und eher basenreiche Lehmböden in vollsonnigen bis licht halbschattigen Lagen.

Beschreibung

Die Hauspflaume wächst in der Regel als kleiner Baum, seltener als großer Strauch und erreicht kaum Höhen von mehr als 10 m.

Die weißen Blüten erscheinen reich im April und bringen große, gelbe bis schwarz-blaue, große und schmackhafte Früchte im Spätsommer hervor.

Verwendugnshinweise

Hauspflaumen gehören zu den traditionellen und kulturgeschichtlich bedeutsamen Obstgehölzen. Sie stellen zusammen mit Apfel, Kirsche und Birne den Kernbestand der Obstgehölze in Bauern- und Klostergärten und können auf schwachwüchsigeren Unterlagen auch in Hausgärten und verwendet werden.

Hauspflaumen wurden traditionell auch entlang von Landstraßen gepflanzt.

Die heute aufgrund der rationelleren Ernte beliebten Halbstämme verschenken den Charme alter Obstbäume und bringen auch nur scheinbaren Platzgewinn, weil die Krone vollständig im Bewegungsraum liegt.

Hauspflaumen werden entweder auf schwachwüchsigen Unterlagen veredelt, die vorrangig für Hausgärten geeignet sind. Diese Unterlagen sind i.d.R. mit MM 106, Pyrodwarf, Giesela und Wawit gekennzeichnet. Auf Sämlingswurzel von Prunus-Wildarten veredelte Sorten sind dagegen wüchsiger und v.a. als Landschaftsgehölz geeignet.

Die Sämlinge der Hauspflaume können ausgesprochen lästige Begleiter werden, die sich gerne zu undurchdringlichen Dickichten auswachsen.

Es gibt zahlreiche Unterarten mit jeweils unzähligen Sorten. Nachfolgend werden nur die gärtnerisch relevanten Unterarten genannt.

Sorten:

ssp. domestica: Zwetschge, schwarz-blaue, feste Früchte

  • Auerbacher: um 1960, mittelgroße, eiförmige Früchte (September), säuerlich, breit-kugelige Krone, durchlässige, trockenere Böden, wärmeliebend, windgeschützt
  • Bühler Frühzwetsche: Baden (1894), mittel-große, süß-saure Früchte (August), breit-rundliche Krone, humose Böden, wärmeliebend
  • Ersinger Frühzwetsche: Pforzheim, große, süß-säuerliche früchte (Juli/Augus), pyramidale Krone, wärmeliebend und windgeschützt
  • Hanita: Hohenheim (1980), mittelgroß, steinlösend, säuerlich (August/September), locker-hochgewölbte Krone, anspruchslos, auch für mittlere Höhenlagen
  • Hauszwetsche: vor 1700, kleinfrüchtig (September/Oktober), steinlösend, süß, hochgewölbte Krone, anspruchslos, nicht zu trocken
  • Italienische Zwetsche: Italien, mittelgroße, steinlösende, eiförmige Früchte (September), süß, breitwüchsige Krone, anspruchslos
  • Lützelsacher Frühzwetsche: Bade-Würtemberg (1914), kleinere, süß-saure Früchte, breit-rundliche Krone, durchlässige, nahrhafte Böden, windgeschützt
  • Wangenheimer Frühzwetsche: mittel-große, süße Früchte (August/September), breit-rundliche Krone, nahrhafte böden, auch für Höhenlagen

ssp. intermedia: Halbzwetschge, gelb, rötlich oder blau gefärbte Früchte, weich-saftig, süß
  • Anna Späth: Ungarn (1870), mittel-große, rundliche Früchte, violett-braun, süß-sauer, nahrafte, gut frische Böden, wärmeliebend

ssp. italica: Edel-Pflaume, große,  rundliche, gelb, rot oder blau gefärbte Früchte zum Direktverzehr
  • Graf Althanns: Polen (ca. 1850), mittel-große, dunkel rot-violette Früchte (September), süß, breitkroniger Wuchs, nahrhafte, gut frische Böden, wärmeliebend, geschützt auch in mittleren Höhenlagen 
  • Große Grüne: (vor 1500), große, gelbe Früchte (August), süß, breit-rundlicher Wuchs, wärmeliebend und windgeschützt
  • Königin Viktoria: vor 1800, große Früchte (August/September), süß, rundliche Krone, anspruchslos, auch für mittlere Höhenlagen
  • Ontario: Kanada, große, grünlich-gelbe, steinlösende Früchte (Juli/August), süß, anspruchslos
  • Oullins: Frankreich (ca. 1820), mittel-große, grün-gelbe Früchte (August/September), süß, breitkroniger Wuchs, nahrhafte, frische Böden, wärmeliebend
  • Reneklode: mittelgroße, grünlich-gelbe Früchte (August/September), breitkronig, wärmeliebend, windgeschützt
  • The Czar: England (1874), kleinere, dunkelblaue, steinlösende Früchte (Juli/August), süß-sauer, hochgewölbte Krone, humose, gut frische Standorte, unempfindlich gegen Spätfröste

ssp. pomariorum: Spilling, kleinere, rundliche Früchte, gelb bis rot oder blau, süß, zum Direktverzehr oder für Marmeladen, kaum noch im Handel

ssp. syriaca: Mirabelle, kleine, gelbe Früchte, süß, zum Direktverzehr und zur Marmeladenherstellung
  • Von Nancy: vor 1800, kleinfrüchtig, steinlösend und süß, breitkroniger Wuchs, nahrhafte, durchlässige Böden, wärmeliebend

Bilder





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ssp. domestica


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ssp. domestica


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ssp. domestica


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ssp. syriaca


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ssp. syriaca


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ssp. syriaca


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ssp. syriaca


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ssp. domestica


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ssp. domestica

Attribute

Lebensform Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung Zierwert Frucht
Strauch
Großstrauch
Baum
Kleinbäume
weiß
April
Mai
dunkel-grün
zierend/strukturstark
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
vorhanden
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
vollsonnig
sonnig
halbschattig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gebüsche
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Zuchtform
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Zentral-Asien
sehr gut
Sehr gering
strukturbildender Solitär
verträglich
Schlehen-Gebüsche
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Bauerngarten
Repräsentative Gärten
Klostergarten
öffentliches Grün
Straßenbäume
Hecken
Freie Blütenhecke
Hauptsortiment
sommergrün
Gehölzrand/Staudenfluren