Pennisetum setaceum (Cenchrus setaceus)

Pennisetum_setaceum_afrikanisches_lampenputzergras Name Afrikanisches Lampenputzergras
Botanischer Name: Pennisetum setaceum (Cenchrus setaceus)
Familie Poaceae
Pflanzen pro qm 4.00
Sorten

Cherry Sparkler, Dwarf Rubrum, Fireworks, Pegasus, Princess, Rubrum

Beschreibung

Pennisetum setaceum (Afrikanisches Lampenputzergras): Herkunft, Verwendung und Kultur:

Naturstandort

Das Afrikanische Lampenputzergras (Pennisetum setaceum) wächst natürlicherweise im südlichen und östlichen Afrika, vorrangig entlang der Küstenregionen des Indischen Ozeans. In Nordafrika und im mediterranen Nahen Osten sowie auf Sizilien gilt es als Archeophyt.

Die Art konnte sich aber in den subtropischen Breiten von Kalifornien, Mexiko, Florida, dem Mittelmeerraum und Australien neophytisch einbürgern. Das Afrikanische Lampenputzergras gilt in vielen dieser Regionen sogar als invasiv. Es ist in der Unionsliste der invasiven Arten aufgeführt und darf EU-weit nicht mehr gehandelt und kultiviert werden. Dies gilt auch für Deutschland, obwohl hier invasive Tendenzen auf absehbare Zeit auszuschließen sind.

Pennisetum setaceum wächst in Savannen, Grassteppen und an trocken-warmen Ruderalstandorten wie Straßenböschungen, Bahndämmen und Stadtbrachen.

Bevorzugt werden (voll-)sonnige Lagen auf mäßig nahrhaften bis nahrhaften, skelettreichen Mineralböden. V.a. die (frostfreien) Wintermonate in den Herkunftsregionen sind trocken, aber auch im Sommerhalbjahr tritt regelmäßig Trockenstress auf.

Die Art ist darauf eingerichtet, regelmäßige Buschfeuer zu überstehen und profitiert als C4-Pflanze von der guten Nährstoffversorgung nach einem Brandereignis. Die dichten, leicht entflammbaren Pennistum-Bestände gelten sogar als wichtiger Brandbeschleuniger.



Auf Madeira wird P. setaceum gerne im Straßenbegleitgrün eingesetzt

Beschreibung

Pennisetum setaceum ist ein nur schwach frosthartes, aber ausdauerndes, horstiges Gras. Es erreicht Wuchshöhen von 70 bis 90 cm. Die elegant bogig-überhängenden Blätter formen bis zu 60 cm breite Büsche.

Die in Mitteleuropa praktisch nur einjährig kultivierte Art blüht ausdauernd von Anfang Juli bis September. Die walzenförmigen Blütenrispen stehen wie die Blätter bogig-überhängend.

Gehandelt und kultiviert werden praktisch nur rotlaubige Auslesen, die grüne Wildart ist höchstens als Saatgut zu beziehen.

Die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung ist "Cenchrus setaceus", die aber gänzlich ungebräuchlich ist.


Verwendungshinweise

Das Afrikanische Lampenputzergras dürfte grundsätzlich nicht mehr verwendet werden, wobei sich die Ausdehnung des Verwendungsverbotes auf Mitteleuropa durchaus hinterfragen lässt.

Die Art wird bei uns nahezu ausschließlich in Pflanzgefäßen verwendet, gelegentlich auch in Rabatten. Das ist im Prinzip auch richtig so, in naturhaften Pflanzungen wirkt die Art eigentlich immer deplaziert. Der "Zierpflanzen-Duktus" der Art ist sehr ausgeprägt. Sie erfreut sich mittlerweile einiger Beliebtheit und zweifellos ist sie eine prächtige, für ein Gras sogar plakative Erscheinung.

Leider verfallen die Horste mit den ersten spürbaren Frösten und verlieren ihre Zierwirkung gänzlich. Gräser mit ansprechender Winterstruktur sind fast immer die bessere Wahl, auch in Pflanzgefäßen.

Bedenkenswert wäre die Unterpflanzung mediterraner Kübel-Bäumchen wie Zitronen, Orangen oder Oliven. Die erforderliche frostfreie, helle Überwinterung kommt auch dem Afrikanischen Lampenputzergras entgegen, das nach Rückschnitt im Frühjahr willig wieder austreibt.

Kultur

Pennisetum setaceum ist robust, trockenheitsverträglich und anspruchslos. Solange auf sonnig-warme Standorte und gute Bodendrainage geachtet wird, kann nicht viel falsch gemacht werden.

Eine Überwinterung im Freiland ist nur in ausgesprochen geschützten Lagen im Weinbauklima einen Versuch wert. Am ehesten gelingt die Überwinterung, wenn ein Schutz vor winterlicher Feuchte realisiert werden kann. Hilfreich ist auch, das Laub zu einem Schopf zusammenzubinden.

Die Art ist keine Baumschulware, sondern nur im Direktbezug oder Einzelhandel erhältlich.

Sorten:

  • Cherry Sparkler: im Austrieb grün mit weißen Längsstreifen, im Laufe des Sommers zunehmend rot-violett überlaufen, rötliche Blüten-/Samenstände
  • Dwarf Rubrum: kompakte, nur 30-50 cm hohe Auslese von 'Rubrum'
  • Fireworks: Handelsstandard mit weiß-grün gestreifter Blattbasis und leuchtend roten Blättern. Rötliche Blüten mit strohigen Samenständen.
  • Pegasus: frisch-grünes Laub und stroh-weiße Blüten-/Samenstände (kaum im Handel)
  • Princess: grüne und rötlich überlaufene Blätter zu etwa gleichen Anteilen, strohig-rosafarbene Blüten-/Samenstände (selten im Handel)
  • Rubrum: Handelsstandard mit braun-rotem Laub und rötlich überlaufenen, cremefarbenen Blüten und Samenständen.

Bilder





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Rubrum


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Rubrum


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Rubrum


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Wildform


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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
horstartig
30-60 cm Höhe
60-100 cm Höhe
hell-gelb
rot
August
September
grün
weiß
panaschiert
rötlich
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
mittlere Böden
reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
subtropische Klimate
tropische Klimate
Warmlagen
Afrika
Südafrika
befriedigend
Hoch
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
für Pflanzgefäße geeignet
Rabatte
Handelsgängigkeit
Nebensortiment