Lunaria annua

Lunaria_annua_einj%c3%a4hriges_silberblatt Name Einjähriges Silberblatt
Botanischer Name: Lunaria annua
Familie Brassicaceae, Kreuzblütler
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Lunaria annua
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Alba, Munstead Pink, Variegata, Variegata Alba

Beschreibung

Naturstandort

Lunaria annua ist submediterran verbreitet. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst dabei die Gebirgsregionen Italiens, des gesamten Balkans bis an die Westküste des Schwarzen Meeres und Griechenlands.

Das Einjährige Silberblatt ist aber als Kulturbegleiter mittlerweile in ganz Mitteleuropa, dem südlichen Skandinavien sowie in Ost- und Südeuropa neophytisch eingebürgert. 

In Deutschland bildet die Elbe eine auffällige Verbreitungsgrenze, nur rund um Berlin und in Ostholstein tritt die Art nördlich der Elbe auffällig in Erscheinung.

Typische Wuchsorte sind lichte, ruderalisierte Gebüsche, gestörte Stellen in Kiefernforsten und unter Laubgehölzen in Siedlungsnähe.

Die Art liebt stickstoffreiche, mehr oder weniger neutrale Böden mit ausgeprägter, lockerer (Roh-)Humusauflage.

Die Standorte sind mäßig trocken bis frisch. Sie befinden sich bevorzugt in licht halbschattigen bis absonnigen Lagen.

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Massenbestand auf einem selten benutzten Forstweg

Beschreibung

Das Einjährige Silberblatt ist eine zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr eine Grundrosette mit fleischiger Hauptwurzel ausbildet.

Im zweiten Jahr erscheint sehr ausdauernd von Anfang/Mitte April bis Mitte Mai ein 30 bis 80 cm hoher Blütenstengel mit violetten Blüten. In Kultur auf günstigen Standorten ohne Wurzelkonkurrenz von Großgehölzen werden auch über 100 cm Höhe erreicht. Gelegentlich treten natürlicherweise auch rein-weiße, hell-rosa Blüten und violette Blüten mit weißer Zeichnung auf.

Charakteristisch sind die zierenden, ab dem Spätherbst silbrig-transparenten Schotenfrüchte. Sie sind bis in den Frühwinter strukturstabil. Im Sommerhalbjahr ähneln sie in Form und Farbe eine zeitlang allerdings eher Kartoffelchips.

Verwendungshinweise

Lunaria annua ist eine traditionelle Pflanze der Bauerngärten und kann hier auch heute noch gut eingesetzt werden.

Prinzipiell bieten größere Bestände der Art im lichten Schatten von Bäumen zusammen mit Ziergräsern schöne Bilder. Sehr gut funktionieren auch Kombinationen mit Wald-Frühlingsblühern, insbesondere Waldmeister oder Rosa Forellenlilie. Sehr stimmig wirkt auch die Verbindung mit den himmel-blauen Blüten des Blauglöckchens (Mertensia virginica) oder des Sibirischen Beinwells (Symphytum sibiricum). Letzterer hält fast mit der Blühausdauer des Silberblattes mit.

Allerdings wird die Art unterschwellig doch mit gestörten Plätzen in Verbindung gebracht, v.a. in anspruchslosen Anlagen. In gut gepflegten, repräsentativen Anlagen  ist die Gefahr, ungewollt zu wirken, deutlich geringer. Auch bei den beiden ungewöhnlichen, sehr aparten Variegata-Auslesen besteht diese Gefahr nicht.

Durch die auf Versamung angewiesene Lebensweise ist Lunaria annua nicht zwingend ortstreu und erscheint gerne mal an überraschenden Orten. 

Kultur

Die Art liebt bildet nur wenige Feinwurzeln aus und wächst mit dem fleischigen, wasserspeichernden  Wurzehlstock am liebsten nur oberflächennah innerhalb der obersten Humus- und Streuschicht. Trockenphasen übersteht sie klaglos.

An Standorten mit offenen Bodenstellen oder dichter Laubstreu samt sich Lunaria annua zuverlässig aus und kann sich dauerhaft etablieren. Die Keimrate ist aber von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Will man jährlich stabile Populationen erhalten, empfiehlt es sich, im Herbst Samen zu gewinnen und diese im zeitigen Frühjahr an kleinen, vegetationsfreien Stellen auszubringen.

In Kultur keimt und entwickelt die Art sich auch auf Schotter und Kies befriedigend, selbst auf flachgründigen Ausprägungen.

Im Handel ist sie meist nur als Saatgut erhältlich. Auch die unten genannten Sorten sind im Spezialhandel mit etwas Engagement zu beziehen.

Sorten:

  • Alba: wie die Art, rein-weiße Blüten (auch als "var. albiflora")
  • Munstead Pink: violette Blüte, v.a. im Frühling bräunlich-grünes Laub
  • Variegata: violette Blüte, Laub zu den Blattspitzen grünlich-créme-weiß auslaufend, sehr kontrastreiche, ungewöhnliche und kultiviert wirkende Sorte
  • Variegata Alba: rein-weiße Blüten, Laub zu den Blattspitzen grünlich-créme-weiß auslaufend, elegante Sorte, schön vor dunkleren Hintergründen im Halbschatten

Bilder





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'Alba'


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Samenstand


2304-1
Samenstand


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ssp. pachyrhiza


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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
zweijährig
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
60-100 cm Höhe
weiß
violett
April
grün
hellgrün
weiß
gelblich
panaschiert
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
vorhanden
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
organische Böden
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Mittelgebirge (montan)
Südeuropa
Süd-Osteuropa
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Bauerngarten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
Rabatte
Raritäten/Saatgut
sommergrün
Gehölzrand/Staudenfluren