Lepidium latifolium

2204-1 Name Breitblättrige Kresse
Botanischer Name: Lepidium latifolium
Familie Brassicaceae
Pflanzen pro qm 5.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort

Lepidium latifoliumist ursprünglich an den Meeresküsten des warmgemäßigten Europas und Binnensalzstellen des westlichen Asiens verbreitet gewesen. Als alte Kulturpflanze ist es aus den Kräutergärten der Burgen und Klöster aber stellenweise auch entlang der Stromtäler verwildert.

In Deutschland finden sich natürliche Vorkommen v.a. an der Ostseeküste, seltener an der Nordseeküste. Die Art besiedelt hier vorrangig feuchte Salzwiesen, steinige Spülsäume und grundfeuchte Queckenrasen.

In den Stromtälern der oberen Elbe und der Mosel finden sich die Verbreitungsschwerpunkte der neophytischen Vorkommen. Die Breitblättrige Kresse wächst entlang der Ströme v.a. in feucht-nahrhaften Uferstaudenfluren (Fluss-Greiskraut-Gesellschaften).

In den wärmebegünstigten Metropolen Berlin und Hamburg werden zudem Ruderalfluren besiedelt.

Die Wuchsorte sind grundsätzlich vollsonnig bis sonnig und frisch bis feucht, häufig von starken Schwankungen des Feuchtehaushaltes begleitet. Geelgentliche Überflutungen, aber auch sommerliche Trockenphasen treten auf.

Die unterschiedlichen Böden sind mehr oder weniger nahrhaft, basenreich und oft salzhaltig.

Die Art ist ausgesprochen wärmeliebend. V.a. die neophytischen Vorkommen sind durch große sommerliche Wärme gekennzeichnet.

Beschreibung

Lepidium latifolium ist eine mit den Grundblättern wintergrün überwinternde Staude. Sie entwickelt sich durch Wurzelausläufer spürbar in die Breite.

Die Pflanzen erreichen je nach Nährstoffreichtum des Standortes Wuchshöhen zwischen 60 und 120 cm.

Die weißen Blütenrispen erscheinen im Hochsommer zahlreich und bilden dichte Blütenwolken. Sie verbreiten einen angenehmen Duft.

Die Blätter haben einen scharfen Geschmack und werden seit dem Mittelalter als Gewürz verwendet.

Verwendungshinweise

Lepidium latifolium ist in der Gartenkultur nur als Gewürzkraut von -zunehmend verblassender - Bedeutung. Die Art ist mit etwas Mühe aber zu beziehen.

Dabei sind die weißen Blütenwolken der robusten Pflanze auch für zierende Verwendungen gut vorstellbar. Gut geeignet ist sie z.B. für die zunehmend beliebter werdende Staudenbepflanzung des Straßenbegleitgrüns.

Sie wirkt aber auch in Rabatten oder frischen, einmalig im Herbst gemähten Wiesen belebend.

Kultur

Lepidium latifolium ist in möglichst sonnigen, gerne sommerwarmen Situationen sehr robust und durchsetzungsfähig. Die Kräftigen Wurzelstöcke etablierter Bestände lassen sich kaum noch von Konkurrenzstauden verdrängen. Sie neigen etwas zur Bildung dominanter Einartbestände, wuchern aber nicht.

Dennoch ist eine Kombination nur mit kräftigen Staudenpartnern dauerhaft möglich.

Salzhaltige Böden sind nicht erforderlich. Die Art ist hier lediglich nochmals deutlich konkurrenzfähiger.

Nach der Etablierung werden auch gelegentliche Trockenphasen gut überstanden, besser sind aber dauerhaft frische bis feuchte Standorte.

Auf sehr nahrhaften Substraten neigen die Blütenwolken etwas zum Auseinanderfallen. Wo sie sich nicht an andere Hochstauden anlehnen können, machen die Bestände dann einen etwas unordentlichen Einddruck.

Bilder





2204-1

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
flächendeckend
60-100 cm Höhe
100-150 cm Höhe
weiß
August
grün
grau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
vorhanden
frisch
wechselfeucht
feucht
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
salzhaltig
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Nordeuropa
Mitteleuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
gut
Gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
verträglich
Strand-Dünen
Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Lebensbereich
Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Bauerngarten
Repräsentative Gärten
Klostergarten
öffentliches Grün
Straßenbegleitgrün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Insektenweide
Wiese
Nebensortiment
Wasserrand/Sumpf
Gehölzrand/Staudenfluren