Humulus lupulus

Humulus_lupulus_echter_hopfen Name Echter Hopfen
Botanischer Name: Humulus lupulus
Familie Cannabaceae, Hanfgewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Humulus lupulus
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Aureus

Beschreibung

Naturstandort

Humulus lupulus ist in ganz Europa mehr oder weniger flächendeckend bis in das westliche Asien verbreitet.

Auch in Deutschland fehlt er im Prinzip nur in den Gebirgslagen.

Der Echte Hopfen ist ursprünglich ein Element der feuchten, auch regelmäßig überschwemmten Bruch- und Auwälder. Er tritt heute aber auch in feuchten, nahrhaften Sekundärbiotopen wie ruderale Uferböschungen, Hochstaudenfluren oder Hecken auf.

An die Bodeneigenschaften werden geringe Ansprüche gestellt. Es werden organische Böden wie humusarme Rohböden gleichermaßen besiedelt, wenn sie nur ausreichend gut mit Stickstoff versorgt sind. Auch die Bodenreaktion kann stark basenreich bis sauer sein.

Die Standorte sind vollsonnig bis absonnig und in der Regel wärmebegünstigt.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (7)  Temperatur (6)  Kontinentalität (3)  Feuchte (8)  Reaktion (6)  Stickstoff (8)

Beschreibung

Humulus lupulus ist eine sommergrüne Staude, die mit rechtswindenden Langtrieben an Kletterhilfen bis zu 6 m Höhe erreichen kann. Die rauhe Behaarung der Stängel ist dabei eine sehr effektive Kletterhilfe.

Das Laub erinnert an Weinblätter. Das kräftige Rhizom treibt Ausläufer, so dass unter günstigen Bedingungen größere Bestände entstehen können.

Die Blüten sowohl der männlichen als auch der weiblichen Pflanzen sind unscheinbar. Weibliche Pflanzen entwickeln die typischen Hopfenzapfen. Diese werden aufgrund ihrer harzigen Bitterstoffe als Aroma und Konservierungsmittel seit dem frühen Mittelalter dem Bier beigemischt.

Junge Triebspitzen können gedünstet oder gegaart als Gemüse verzehrt werden.

Verwendungshinweise

Hopfen ist vorrangig eine Blattschmuckpflanze, auch wenn die Hopfenzapfen der weiblichen Pflanzen einen eigenen, dezenten Reiz entfalten.

Die Wildform des Echten Hopfens sollte man nur mit Bedacht werwenden. Auf günstigen, d.h. nahrhaften Böden ohne Trockenstress kann er sehr lästig werden und ist nur schwer wieder zu beseitigen. Seine wuchernden Triebe überziehen dann alle Pflanzflächen mit einer strukturlosen Blätterdecke.

Zivilisierter ist er auf mäßig trockenen Standorten, wo er interessante Girlanden in Großgehölze einzieht.

Auch die nicht wuchernde Auslese 'Aureus' mit gelblichem Laub ist eine recht schöne Blattschmuck-Option und kommt v.a. in etwas verschatteten Situationen zur Geltung. Geradezu aufregende Installationen sind mit ihr denkbar, wenn man z.B. von hohen Ästen von Altbäumen dünne Seile zu den Hopfen-Lianen am Boden führt.

'Aureus' ist auch für Pflanzgefäße auf großen Terrassen und Balkonen eine Erwägung wert.

Kultur

Humulus lupulus ist absolut anspruchslos. Insbesondere die Wildform sollte sogar nur auf suboptimalen Standorten eingesetzt werden, um ihren wuchernden Tendenzen etwas entgegenzusetzen.

Je weniger Triebe man im Frühjahr in die Höhe wachsen lässt, desto höher werden die verliebenen Triebe. Lässt man alle Triebe stehen, verteilt sich die Wurzelkraft stärker und es entstehen etwas niedrigere, dafür umso breitere und dichtere Strukturen.

Sorten:

  • Aureus: grünlich-gold-gelber Austrieb, später gelblich-hell-grün, mit 200 bis 400 cm Höhe deutlich schwachwüchsiger als die Wildform, vegetativ vermehrte Sorte mit ausschließlich männlichen Exemplaren, die keine Hopfenzapfen ausbilden

Bilder





Humulus_lupulus_echter_hopfen
Fruchtend


Humulus_lupulus_echter_hopfen_1
Früchte


1934-2
Blüte


1935-1

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blattfärbung Zierwert Frucht
Staude
Kletterpflanze
Windend
flächendeckend
horstartig
150-250 cm Höhe
gelblich-grün
grün
hellgrün
gelblich
zierend/strukturstark
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
wechselfeucht
nass
sommertrocken
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
organische Böden
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gewässer/Gewässerrand
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Zentral-Asien
Kleinasien
Vord. Orient
befriedigend
Sehr gering
strukturbildender Solitär
Stillgewässer
Kalkreich
Nährstoffreich
Fliessgewässer
Flüsse
Moore und Sümpfe Staudenfluren Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit
Großröhrichte
Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Feuchtwälder
Erlenbruchwälder
Auwälder
Bauerngarten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
sommergrün
Gehölz/Wald
Wasserrand/Sumpf
Gehölzrand/Staudenfluren