Ficus carica

Ficus_carica Name Echter Feigenbaum, Fruchtfeige, Echte Feige
Botanischer Name: Ficus carica
Familie Moraceae
Pflanzen pro qm 1.00
Wikipedia Ficus carica
Sorten

Banane, Brunswick, Ice Crystal, Lussheim, Palmata-Kaukasus, Panache, Sankt Martin

Beschreibung

Naturstandort

Ficus carica ist seit Menschengedenken - im Nahen Osten nachweislich seit der Jungsteinzeit - in Kultur, die ursprüngliche Herkunft daher nicht mehr sicher zu bestimmen. In mediterranen Klimaten ist der Echte Feigenbaum weltweit in Kultur und häufig auch verwildert.

Ficus carica wächst im gesamten Mittelmeerraum vorwiegend im Umfeld menschlicher Siedlungen v.a. an sonnigen, mehr oder weniger nahrhaften Ruderalstellen mit alkalischen oder leicht sauren Böden.

Während der niederschlagsarmen Sommermonate leiden die Standorte oft längere Zeit unter Trockenstress.

Beschreibung

Ficus carica ist in mediterranen Klimaten ein sommergrüner, 5-8 m hoher Großstrauch oder Kleinbaum mit kurzem Stamm. Die Blüte ist unscheinbar, die Früchte essbar.

Die Wildform ist zweihäusig eingeschlechtlich, zur Ausbildung eines Fruchtkörpers sind mindestens eine männliche und eine weibliche Pflanze erforderlich. Die männlichen Pflanzen produzieren ungenießbare, sogenannte Bocksfeigen, ebenso unbefruchtete weibliche Exemplare.

Außerhalb des Mittelmeerraumes werden als Fruchtfeigen nur stecklingsvermehrte Mutationen selbstfruchtender weiblicher "Hausfeigen" kultiviert. Hier fehlt die Feigengallwespe, die allein die Befruchtung gewährleisten kann.

Der Milchsaft kann zu Hautirritationen führen.

An einem sardischen Straßenrand zur Fruchtreife im August:



Verwendungshinweise

Der Feigenbaum und v.a. seine charakteristische Blattform ist eine der bekanntesten und symbolträchtigsten mediterranen Gewächse überhaupt. Im Grunde ist der Strauch in Mitteleuropa nicht einmal übermäßig attraktiv.

Dennoch lädt seine Verwendung Terrassen, Balkone und mediterran angehauchte Gärten symbolisch auf. In Pflanzgefäßen muss die Art frostfrei und mäßig trocken an hellem Standort überwintert werden.

In spezialisierten Baumschulen werden aklimatisierte Feigenbäume mit Stammumfängen von 22 bis 50 cm angeboten. Derartige Exemplare sind im Stamm und in den Hauptästen ziemlich frosthart. Hier frieren in geschützten Lagen meist nur die Jahrestriebe zurück und die Pflanzen treiben jedes Jahr willig aus den Hauptästen wieder aus. Solche Solitäre sind sehr charakterstark und prägen die Atmosphäre von Gartenanlagen.

Im Süd-Westen Deutschlands gibt es stattliche, alte Feigenbäume, die dauerhaft im Freiland kultiviert werden. Im Süden der Pfalz haben einige Dörfer traditionell seit Jahrhunderten Feigen als Spalierobst an den Straßenfassaden. Stellenweise wurden sie sogar alleeartig entlang der Landstraßen gepflanzt, was sich teilweise noch heute bestaunen lässt.

Kultur

Die Feige toleriert Frostgrade und kann v.a. in einigen besonders kältetoleranten Auslesen in Weinbauregionen Mitteleuropas und in vor tiefen Frösten geschützten Lagen auch im Freiland gehalten werden und erreicht hier durchaus baumartige Wuchsformen. Während junge Triebe in härteren Wintern oft zurückfrieren, bleiben dicke Äste und Stämme meist unbeeindruckt und kompensieren Frostschäden durch Neuaustrieb.

In kühleren Regionen friert die Feige oft oberirdisch stark bis vollständig zurück und treibt staudenartig jedes Jahr wieder aus und erreicht Höhen von kaum mehr als 150 cm. Im Laufe der Jahre nimmt die Frosthärte der Jungpflanzen aber auch hier zu. Generell ist es hilfreich, wenn Feigen nur stickstoffarm ab dem Frühsommer gar nicht mehr gedüngt werden, damit im Sommer keine Neutriebe mehr erscheinen, die bis zum Winter nicht mehr genügend ausreifen.

In wärmebegünstigten Lagen kann es zur Fruchtreife kommen, v.a. wenn die Pflanze nicht vollständig zurückgefroren ist. Die Früchte überdauern dann auch den Winter und reifen im Sommer des Folgejahres nach.

Wo Baumformen erzielt werden sollen, müssen die in den ersten Jahren oft reichlich sprießenden Wurzelschößlinge beseitigt werden. Dies fördert auch den Fruchtansatz. Damit die Früchte ausreifen können, sollte die Krone regelmäßig im zeitigen Frühjahr ausgelichtet werden.

Im Übrigen stellt Ficus carica sehr geringe Ansprüche an seinen möglichst warm-sonnigen Standort. Die Art toleriert alle möglichst tiefgründigen, nicht zu basenarmen, durchlässigen Mineralböden.

Trockenphasen werden von etablierten Exemplaren problemlos überstanden, wobei sommerfrische Standorte bevorzugt werden. Das Laub bleibt dann vollständig erhalten. Bei Trockenstress werden im Sommer im Extremfall nahezu alle Blätter abgeworfen.

Winterfeuchte, bodenkalte Standorte sind generell sehr ungünstig.

Sorten:

Zierformen

  • Ice Crystal: mit tief gelappten, am Rand gekräuselten Blättern
  • Panache: gelb-grün gestreift austreibende Triebe und gelb-grün gestreifte Früchte

Hausfeigen (frosttoleranteste Auslesen)
  • Banane: längliche Früchte
  • Brunswick: in wärmsten Lagen mitunter zwei ausreifende Fruchtfolgen pro Jahr
  • Lussheim: süße, grüne Früchte
  • Palmata-Kaukasus: kaum gelappte Blätter, schmackhafte Früchte
  • Sankt Martin: historische Sorte aus der Pfalz

Bilder





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Ficus_carica
Innenstadt Berlin


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Attribute

Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Strauch
Halb-/Zwergstrauch
Klein-Strauch
Baum
Kleinbäume
breit ausladend
gelblich-grün
Juni
dunkel-grün
zierende Herbstfärbung
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
giftig
essbar
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
subtropische Klimate
Warmlagen
Asien
Kleinasien
gut
Sehr hoch
strukturbildender Solitär
verträglich
Bauerngarten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
für Pflanzgefäße geeignet
Klostergarten
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
sommergrün
winter-/immergrün
Felssteppen
Gehölzrand/Staudenfluren