Euphorbia spinosa

10644_euphorbia_spinosa Name Dornige Wolfsmilch
Botanischer Name: Euphorbia spinosa
Familie Euphorbiaceae
Pflanzen pro qm 4.00

Beschreibung

Naturstandort

Euphorbia spinosa stammt aus dem westlichen Mittelmeerraum und ist von Frankreich bis zur Küstenregion des Balkans verbreitet.

Die Art ist ein typischer Vertreter der sogenannten "Garrigue", einem durch Übernutzung, Brandrodung und Überweidung aus den mediterranen Hartlaubwäldern hervorgegangenen Trockengebüsch.

Die Standorte sind vollsonnig und ausgesprochen wärmebegünstigt bzw. hitzegestresst. Die degradierten, humusarmen, basenreichen Schotter- und Felsböden trocknen rasch ab, zumal sie zusätzlich durch das hügelige Geländeprofil stark entwässert werden.

Beschreibung

Euphorbia spinosa ist ein in milden Regionen oder sehr milden Wintern auch in Mitteleuropa winter- bis immergrüner Halb- oder Zwergstrauch.

Er bildet dichte, dornige Kissen von etwa 30 cm Höhe. Alte Exemplare können unter optimalen Bedingungen in Mitteleuropa auch über 40 cm hoch werden.

Das Laub ist grün und sehr kleinblättrig. Die gelblich-grünen Hochblätter der Blütenstände sind ebenfalls sehr klein, aber zahlreich. Unter günstigen Bedingungen überziehen sie die Kissen im Hochsommer vollständig.

In Mitteleuropa verlieren sich die Laubblätter zum Winter hin meist und das freigelegte dornig-holzige Skelett der Pflanze wird sichtbar.

Verwendungshinweise

Ein altes, ausladendes Kissen der Dornigen Wolfsmilch, dass sich um einen großen Felsen schmiegt, ist ein tief berührender Anblick. Leider braucht es Geduld und den richtigen Standort, um so etwas erleben zu dürfen. Außerdem ist noch Glück erforderlich, da die Art praktisch nicht lebend gehandelt wird und auch als Saatgut nur selten zu beziehen ist. Allerdings spielt sie eine Rolle in der Floristik, hier werden teilweise noch bewurzelte Büschel angeboten, von denen der eine oder andere bei guter Betreuung überlebensfähig ist.

Wenn Euphorbia spinosa eingesetzt werden soll, dann nur in intensivst betreuten mediterranen Alpinarien und entsprechenden Felssteppen. Sie versprüht hier ganzjährig einen trocken-warmen Flair. Selbst das im Winter meist blattfreie Dornen-Skelett ist dann ein interessanter, etwas bizarrer, aber in jedem Falle ungewöhnlicher Anblick.

Die Dornige Wolfsmilch kann auch in größeren Gruppen als gerüstbildende Matrix verwendet werden. Zwischen den Individuen sollte etwas Platz verbleiben, damit sie als Einzelexemplare erkennbar bleiben und in den Zwischenräumen horstige Steppengräser und Stauden gesetzt werden können.

Es bietet sich ebenfalls an, die Art in größeren, flachen Gefäßen zu kultivieren. Gut gepflegte, alte Exemplare sind ein stilvolles Element sowohl als Solitäre als auch in Misch-Arrengements. Die Überwinterung erfolgt dann besser frostfrei und hell.

Kultur

Euphorbia spinosa braucht intensive Betreuung, da es trägwüchsig ist und in Mitteleuropa nicht konkurrenzfähig.

Ein Einsatz macht nur auf den sonnigsten, wärmsten Standorten Freude. Zwingend erforderlich sind sehr durchlässige, humusfreie Rohböden. Auch im Winter dürfen diese höchsten frisch sein, besser, sie trocknen selbst in dieser Jahreszeit gelegentlich ab.

Am günstigsten sind die Kulturbedingugnen im Weinbauklima. In der norddeutschen Tiefebene sind weniger die winterlichen Tiefstemperaturen das Problem als vielmehr die hohen Niederschlagsraten und die geringere sommerliche Wärmemenge. Die ist im kontinentalen Osten Deutschlands höher, dafür sorgen die häufigeren Tieffrostphasen im Winter regelmäßig für bodentiefes Rückfrieren und erzwingen einen langwierigen Neuaufbau der Kissen.

Generell kommen also nur wintertrockene, gut windgeschützte Standorte möglichst in der Nähe von Wärme abstrahlenden Gebäudeteilen in Frage.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
Strauch
Halb-/Zwergstrauch
horstartig
30-60 cm Höhe
gelblich-grün
Juli
August
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
stark giftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Südeuropa
Süd-Osteuropa
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
gut
Hoch
Gruppen-Verbands-Pflanze
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
konkurrenzschwach
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Steingarten/Alpinum
für Pflanzgefäße geeignet
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Raritäten/Saatgut
sommergrün
wintergrün
winter-/immergrün
Alpinum
Felssteppen
Heiden
Gehölzrand/Staudenfluren