Corylus avellana

Corylus_avellana_haselstrauch_22 Name Hasel
Botanischer Name: Corylus avellana
Familie Betulaceae
Pflanzen pro qm 0.50
Wikipedia Corylus avellana
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Aurea, Contorta, Fuscoruba, Heterophylla, Pendula, Rote Zellernuss, Webbs Preisnuss

Beschreibung

Naturstandort

Corylus avellana ist in ganz Europa bis nach Klein- und West-Asien und dem Kaukasus verbreitet.

Die Hasel kommt gleichermaßen im Wald wie im Offenland vor. Ihre Vorkommensschwerpunkte liegen in lichten Saumstrukturen von Eichen-Buchen-Laubmischwäldern, Eichen-Hainbuchenwälder, Erlen-Ulmen-Auwäldern und Linden-Ahorn-Wäldern (Edellaubwälder).

Daneben tritt sie in standörtlich vergleichbaren Gehölzstrukturen wie Feldhecken und Feldgehölzen auf.

Corylus avellana hat als schnellwüchsiger, konkurrenzkräftiger Großstrauch eine recht breite ökologische Standortamplitude. Wichtig ist eine mindestens mäßige Nährstoffversorgung und ausreichend Lichtgenuss.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (6)  Temperatur (5)  Kontinentalität (3)  Feuchte (-)  Reaktion (-)  Stickstoff (5)



Korkenzieher-Hasel im typischen Ambiente

Beschreibung

Corylus avellana wird bis 6 m hoch und durch ausgeprägt mehrstämmiges Wachstum und kurzen Wurzelsprossen im Alter fast ebenso breit. Die Stämme sind straff aufrecht und in der Spitze bogig überhängend.

Die Hasel gehört mit den gelblichen, lang herabhängenden Kätzchenblüten der männlichen Blüten ab Mitte Februar zu den frühesten heimischen Blütengehölzen. In milden Wintern blüht die Hasel auch schon im Januar oder sogar im Dezember.

Die Haselpollen sind allergen und lösen die ersten Heuschnupfenwellen des Jahres aus.

Die Früchte der botanischen Art sind deutlich kleiner als die der zur Haselnuss-Produktion verwendeten Sorten (v.a. der "Zeller Nuss"). Der größte Teil der Haselnussproduktion stammt allerdings von Corylus maxima (Lamberthasel).


Verwendungshinweise

Die gärtnerische Verwendung ist wegen des hohen Platzbedarfs nur in weiträumigen, parkartigen Anlagen für naturnahe gestaltete Waldränder und Hecken empfehlenswert.

Im ländlichen Raum ist die Hasel in Grenzhecken sehr großer Grundstücke und als Landschaftsgehölz sinnvoll eingesetzt.

Einen tiefen Rückschnitt, der den Platzbedarf vorübergehend mindert, verträgt die Hasel allerdings sehr gut.

In der Regel wird die sogenannte Korkenzieher-Hasel eingesetzt. Sie ist trägwüchsiger und bleibt kompakter. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde ein Exemplar in einer englischen Hecke gefunden, die über einen Steckling vermehrt wurde. Heute wird die Form meist aufgepfropft auf einer Wild-Unterlage vermehrt und gehandelt.

Kultur

An die Standorteigenschften stellt die Hasel unter Kulturbedingungen praktisch keine Ansprüche, nur in sehr schattigen Lagen oder auf sauren Sandböden kümmert sie.

Bei veredelten Korkenzieher-Haseln brechen mitunter Wildreiser durch, die entfernt werden müssen.


Sorten:

  • Aurea: gelbgrüne Blätter, etwas schwachwüchsiger (bis 4 m)
  • Contorta: mit stark verdrehten Trieben, deutlich langsam wüchsiger, bis 4 m hoch. Bizarrer, sehr häufig in Privatgärten verwendeter Strauch
  • Fuscoruba: braunrote Blätter, im Laufe des Sommers etwas verblassend
  • Heterophylla: wie die Art, aber mit geschlitzten Blättern
  • Pendula: mit stark bogig überhängenden, teilweise bis zum Boden reichenden Trieben, sehr wuchskräftig
  • Rote Zellernuss: schwarz-rote Blätter, im Schatten vergrünend, im Laufe des Sommers verblassend, sehr wuchskräftig
  • Webbs Preisnuss: leicht gelappte Blätter, große, längliche Nussfrüchte, etwas schwachwüchsiger

Bilder





Corylus_avellana_haselstrauch_22


Corylus_avellana___


1071-3


1072-1


1068-2
Contorta


1078-1
Contorta


1079-1
Fuscoruba


1075-2
Heterophylla


1076-1
Heterophylla


Corylus_avellana

Attribute

Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Strauch
Großstrauch
hängend
gelblich-grün
Februar
dunkel-grün
gelblich
rötlich
zierende Herbstfärbung
bräunlich
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gebüsche
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Zentral-Asien
Kleinasien
Liebhaberpflanze
Sehr gering
strukturbildender Solitär
verträglich
Feuchtgebüsche
Schlehen-Gebüsche
Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Laubwälder
Buchenwälder
Moderbuchenwälder
Flattergrasbuchenwälder
Mull-Buchenwälder
Montane Buchenwälder
Eichenwälder
Feuchtwälder
Auwälder
Bauerngarten
Repräsentative Gärten
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Bodenfestiger (Halden/Böschungen)
Hecken
Freie Blütenhecke
Hauptsortiment
sommergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren