Erläuterungen zu den Attributen



Lebensform
Halb-/Zwergstrauch Verholzende Arten, die nicht höher als 100 cm werden
Klein-Strauch Verholzende Arten, die Wuchshöhen zwischen 100 und 200 cm erreichen.
Normalstrauch Verholzende Arten, die Wuchshöhen zwischen 200 und 350 cm erreichen.
Großstrauch Verholzende Arten, die Wuchshöhen über 350 cm erreichen.
Kleinbäume Stammbildende Gehölze, die bis zu 10 m Höhe erreichen
Mittelgroße Bäume Stammbildende Gehölze, die zwischen 10 m und 20 m Höhe erreichen
Großbäume Stammbildende Gehölze, die mehr als 20 m Höhe erreichen
Klimmend Arten, die sich in anderen Pflanzen oder Vertikalstrukturen verhaken (Typ Kletterrose)
Kletternd Arten, die sich mit Haftorganen an vertikalen Strukturen festsetzen (Typ Efeu)
Rankend Arten, die sich mit Hilfe von umgebildeten Blättern/Blattstielen verankern können (Typ Echter Wein)
Windend Arten, die sich mit dem Stengel korkenzieherartig um vertikale Elemente herumwachsen (Typ Zaunwinde)
Belaubung
sommergrün Die Art ist vom Frühling bis in den Spätherbst/Winteranfang belaubt.
zierende Winterstruktur Die Pflanze hat auch über weite Teile des Winters Zierfunktionen. Dies sind oft winter-/immergrünes Laub, können aber auch interessante Rinden oder strukturstarke Samenstände sein.
winter-/immergrün Die Blätter überdauern einen oder mehrer Winter
vorsommergrün Das Laub treibt im Frühjahr aus und zieht vor dem Sommer wieder ein.
Stauden/Gräser/Farne
bodendeckend Die Pflanze wächst flach-ausgebreitet und/oder kriechend. Die Triebe bewurzeln sich in der Regel, so dass die Pflanze mit der Zeit auch große Flächen bedecken kann. Der Wuchs ist relativ dicht, so dass kein freier Boden sichtbar bleibt.
flächendeckend Flächendecker sind aufrecht wachsende, mehr oder weniger stark ausläufertreibende Arten, die zügig große Flächen erobern können. Unter den Flächendeckern finden sich häufig sehr konkurrenzkräftige, mitunter sogar wuchernde Arten, die dazu neigen, Einartbestände zu bilden.
horstartig Horstig wachsende Pflanzen bilden höchstens sehr kurze Ausläufer. Die Pflanzen werden dadurch mehr oder weniger dicht, breiten sich aber nicht oder nur sehr langsam in die Fläche aus.
Polsterpflanze Polsterpflanzen bilden durch eine Vielzahl kurzer, nicht wurzelnder Triebe dichte, niedrige Pflanzenkörper ohne Expansionsdrang.
Zierwert Frucht
zierend/strukturstark Als zierende Fruchtstände werden hier nicht nur die farbenprächtigen Beeren verstanden, sondern auch die mit aparten Formen und langer Strukturstabilität aufwartenden Aehren der Gräser oder Fruchtstände vieler Dolden- und Korbblüter. Ihre Wirkung ist weniger plakativ, dafür von subtiler Morbidität und Naturhaftigkeit.
Wasserhaushalt
trocken Unter trockenen Bedingungen herrscht ausgeprägter Wassermangel während der gesamten Vegetationsperiode. Trockenheit tritt unter folgenden Faktorenkombinationen ein:
Böden mit geringer Wasserhaltefähigkeit:
- im Regenschatten von Nadelbäumen/Häusern/Mauern oder/und
- auf Geländeerhebungen mit erhöhtem Wasserabfluss oder/und
- mit ausgeprägter Sonnenexposition
Böden mit durchschnittlicher Wasserhaltefähigkeit:
- im Regenschatten von Nadelbäumen/Häusern/Mauern auf Geländeerhebungen mit erhöhtem Wasserabfluss und mit ausgeprägter Sonnenexposition
mäßig trocken An mäßig trockenen Standorten herrschen während der gesamten Vegetationsperiode regelmäßig Wassermangelphasen. Mäßige Trockenheit tritt unter folgenden Faktorenkombinationen ein:
Böden mit geringer Wasserhaltefähigkeit:
- in klimatischen und topografischen Normallagen oder
Böden mit durchschnittlicher Wasserhaltefähigkeit:
- im Regenschatten von sommergünen Bäumen/Häusern/Mauern oder
- auf Geländeerhebungen mit erhöhtem Wasserabfluss oder
- mit ausgeprägter Sonnen- und Windexposition
frisch Keine Wassermangel- bzw. -überschussphasen während der gesamten Vegetationsperiode bei
Böden mit geringer Wasserhaltefähigkeit:
- in Geländevertiefungen mit erhöhtem Wasserzufluss oder
Böden mit durchschnittlicher Wasserhaltefähigkeit:
- in Normallagen oder
Böden mit hoher Wasserhaltefähigkeit:
- auf Geländeerhebungen mit erhöhtem Wasserabfluss und ausgeprägter Sonnenexposition oder
- auf Geländeerhebungen mit erhöhtem Wasserabfluss im Regenschatten von Nadelbäumen in sub- und kontinentalen Klimaten
wechselfeucht Regelmäßig auftretende Phasen mit Wasserüberschuss bei
Böden mit durchschnittlicher und hoher Wasserhaltefähigkeit:
- bei unregelmäßiger Wasserzufuhr
- bei oberflächlich stark schwankenden Grundwasserständen
nass Alle Bodenporen sind dauerhaft wassergesättigt bei
Böden mit hoher Wasserhaltefähigkeit:
- in Geländevertiefungen mit erhöhtem Wasserzufluss oder
Alle Bodenarten
- unmittelbar an Gewässerufern
offenes Wasser Die Art wächst an dauerhaft überstauten Standorten.
gut drainiert Auch nach Stark- und Dauerregen sind die Bodenporen niemals vollständig wassergesättigt. Dies ist nur auf skelettreichen Böden mit hohen Sand-/Kies- bzw. Schotteranteilen gegeben. Die Böden müssen zudem entweder sehr tiefgründig und grundwasserfern sein und/oder ausgeprägte Hanglagen aufweisen.
nicht austrocknend An diesen Standorten treten niemals auch nur kurzzeitige Wassermangelphasen ein. Zumindest das Bodensubstrat bleibt wassergesättigt. Lediglich die Bodenporen können sich in längeren sommerlichen Trockenphasen mit Luft füllen. In Mitteleuropa ist dies unter folgenden Bedingungen gewährleistet:
Schwere Ton- und Lehmböden:
- in abflusslosen Geländevertiefungen (auch sonnige Lagen)
- in schattigen Normallagen
Leichte Lehmböden:
- in schattigen, abflusslosen Geländevertiefungen ohne Wurzeldruck von Großgehölzen
sommertrocken Regelmäßige Wassermangelphasen treten nur während der Sommermonate auf, während in der Hauptentwicklungsphase im Frühling frische Verhältnisse vorherrschen. Dies tritt insbesondere auf bei:
Böden mit durchschnittlicher Wasserhaltefähigkeit:
- im Regenschatten sommergrüner Bäume auf Geländeerhebungen mit erhöhtem Wasserabfluss oder
- im Regenschatten sommergrüner Bäume im subkontinentalen und kontinentalen Klimaten
Böden mit hoher Wasserhaltefähigkeit:
- im Regenschatten von Bäumen im subkontinentalen und kontinentalen Klimaten auf Geländeerhebungen mit erhöhtem Wasserabfluss und mit ausgeprägter Sonnenexposition (süd- und süd-östlich exponierte Waldränder)
feucht Feine Bodenporen sind dauerhaft wassergesättigt bei
Böden mit geringer Wasserhaltefähigkeit:
- mit sehr geringen Grundwasserflurabständen
- über oberflächennah stauenden Schichten oder
Böden mit durchschnittlicher Wasserhaltefähigkeit:
- in Geländevertiefungen mit erhöhtem Wasserzufluss oder
Böden mit hoher Wasserhaltefähigkeit:
- in Normallagen
Lichtansprüche
vollsonnig Vollsonnige Standorte sind ganztägig besonnt und frei von Schattenwurf.
sonnig Sonnige Standorte sind mindestens über die Mittagsstunden schattenfrei besonnt, in den Morgen und Abendstunden aber leicht bis gänzlich verschattet
halbschattig Halbschattige Standorte sind über die Mittagsstunden leicht oder gänzlich verschattet, in den Morgen und Abendstunden dagegen direkter, höchstens leicht verschatteter Sonneneinstrahlung ausgesetzt.
sommerlich schattig Sommerlicher Schatten entsteht unter sommergrünen Gehölzen. Großgehölze und Bäume treiben vergleichsweise spät im Frühjahr aus, so dass vom Spätwinter bis Frühling günstige Lichtbedingungen für die Krautschicht bestehen. Die Frühlingsgeophyten der Laubwälder haben sich daran angepasst und ziehen nach der Blüte ein. Viele dieser Waldarten kümmern z.B. in absonnigen oder gar ganzjährig schattigen Lagen, weil der Lichtgenuss in sommergrünen Wäldern während der für die Frühlingsgeophyten entscheidenden Wachstumsphase relativ hoch ist.
ganzjährig schattig Ganzjährig schattige Standorte entstehen unter immergrünen Gehölzen oder unter sommergrünen Gehölzen in absonnigen Lagen.
absonnig Absonnige Standorte sind hell, aber zu keiner Zeit der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Dies trifft z.B. auf der Nordseite von Mauern und Fassaden oder steilen, baumfreien Nordhängen zu. Durch den offenen Himmel gelangt das Streulicht ungehindert auf das Blattwerk. Für niedrige Pflanzen, die in absonniger Lage unter einem Gehölz wachsen, ist der Standort dagegen schattig.
Bodenansprüche
stark kalk-/basenreich Humusarme, kaum verwitterte Kalkgesteinsböden.
mäßig kalk-/basenreich Feinerde- und humusreichere Kalkgesteinsböden oder jüngere Kalksande
ph-neutral Entspricht ca. einem. pH-Wert von 6,5 - 7,5.
kalkarm, leicht sauer ältere, entkalkte Sand- und Lehmböden oder Silikatgesteinsböden
kalkfrei, sauer Entspricht ca. einem pH-Wert von 3,5 - 5.
(lehmiger/humoser) Sand Sandböden setzen sich aus Sandkörnern mit einem Durchmesser von 0,063 - 2 mm Größe zusammen. Schluffige oder gar tonige Partikel fehlen weitgehend. Der Humusanteil ist gering und liegt meist als Rohumus vor. Der Anteil an größeren Poren ist daher sehr hoch. Wasser kann weder in den Poren noch im Gestein gehalten werden. Nährstoffe werden rasch ausgewaschen. Sandböden erwärmen sich aufgrund des fehlenden Porenwassers zügig.
durchlässiger Lehm Im durchlässigen Lehm ist ein Anteil von ca. 50% schluffigen und tonigen Feinstpartikeln enthalten, die dem Boden eine gewisse Bindigkeit verleihen. Die übrigen 50% sind grobes Bodenskelett (Sand, Kies oder Schotter), die das Porenvolumen erhöhen und einen guten Wasserabzug ermöglichen. Sand- und Kiesanteile mindern die Wasserhaltefähigkeit und neigen schneller zum Austrocknen als Böden mit porösem Schotterskelett, dass überschüssiges Wasser aufnehmen und speichern kann.
Lehm Lehmboden setzt sich zu jeweils etwa einem Drittel aus gröberen sandigen, feineren schluffigen und feinsten tonigen Partikeln zusammen. Lehmböden zeichnen sich durch eine sehr gute Nährstoffspeicherung und verwitterungsbedingter Nährstoffnachlieferung sowie sehr gute Wasserhaltefähigkeit aus. Insbesondere im Winter ist aber das Porenvolumen oft längere Zeit wassergesättigt sein.
Ton Reine Tonböden bestehen überwiegend aus feinsten Partikeln und kommen oberflächennah relativ selten vor. Solche schweren Böden sind für die meisten Pflanzen aufgrund von Staunässe und Sauerstoffarmut schwierig zu besiedeln. Die meisten Sumpfpflanzen kommen mit diesen Bedingungen zurecht. Häufiger sind Tonschichten in tieferen Bodenschichten, die durch ihre wasserstauende Wirkung zu wechselfeuchten Böden beitragen.
humos Humusreiche Böden sind durch einen hohen Anteil organischer Substanzen dunkel verfärbt. Generell entsteht unter trockenen und/oder sauren Bedingungen schwach zersetzter Rohhumus oder unter etwas günstigeren Bedingungen Moder. Bei ausreichender Wasser- und basenversorgung entsteht Mull, der einen sehr positiven Einfluss auf die Bodenfruchtbarkeit hat. Unter sauerstoffarmen Bedingungen entstehen Torfe (s. organische Böden).
organische Böden Organischen Böden fehlen mineralische Bestandteile weitgehend. Sie bauen sich aus Torfen aus, die sich unter sauerstoffarmen Bedingungen bilden. In der Regel handelt es sich um nasse Torfböden der Moore. Seltener sind mächtige (über 30 cm dicke) Rohumusschichten, die unter sauren, trockenen Bedingungen entstehen. Vereinzelt tritt dies in trockenen Nadelwäldern auf.
poröser Schotter Skelettreiche Böden weisen einen hohen Anteil Bodenskelett mit mehr als 4 mm Durchmesser auf. Sie zeichnen sich durch eine gute Drainage und Sauerstoffversorgung des Wurzelraumes aus. Ein Kalk-, Schiefer oder Sandstein-Skelett wirkt durch die Wasseraufnahmefähigkeit des Gesteins ausgleichend auf den Wasser- und Nährstoffhaushalt. Darin unterscheiden sich Schotterböden maßgeblich von Sand-/Kiesböden.
starker Wurzeldruck Die meisten Offenlandarten reagieren mit ausgesprochenem Kümmerwuchs auf die Wurzelkonkurrenz von größeren Gehölzen. Gehölze, Wald- und Waldrandstauden sind an die massive Wasser- und Nährstoffkonkurrenz angepasst. Dennoch ist es auch bei diesen Arten oft schwierig, Jungpflanzen im Kronen- und Wurzelbereich von Altbäumen zu etablieren. Oft gelingt dies nur bei regelmäßiger Bewässerung über mehrere Vegetationsperioden. Ersatzweise ist in diesen Fällen die Aussaat von Waldstauden bedenkenswert. Das Wurzelwerk der Sämlinge steht in einem günstigen, immer gleichmäßigem Verhältnis zum Blattwerk, wodurch die Etablierung leichter fällt.
keine Bodenverdichtung Bodenverdichtung durch das Befahren mit schwerem Gerät oder Kraftfahrzeugen führt zu einer Reduzierung des Bodenporenvolumens mit negativen Folgen für die Wurzelbelüftung, die Wasseraufnahmefähigkeit und Wasserableitung. Eine ganze Reihe von Pflanzen reagieren auf diese ungünstigen Bedingungen empfindlich und kümmern.
kalk-/basenreich Humusarme, leicht verwitterte Kalkgesteinsböden
stark sauer Alte, entkalkte Silikatgesteinsböden mit hohem Rohumusanteil oder reine Regenmoor-Böden.
Nährstoffversorgung (N + P)
sehr arme Böden Sehr arme Böden sind in der Regel Sandböden, Torf- oder Rohumusböden. Reine Sandböden haben eine geringe Speicherfähigkeit für Nitrate und Phosphate und sind auf grundwasserferneren Standorten dadurch stark von Auswaschung betroffen. Sandige Ufersedimente von Flüssen und Strömen können dagegen durch die Nährstofffracht des Flusswassers durchaus gut stickstoffversorgt sein. In vernässten, sauren Moorböden sind die Nitrate und Phosphate des Torfsubstrates nicht pflanzenverfügbar, so dass auch hier in der Regel extreme Nährstoffarmut herrscht. Unter Sauerstoffeinfluss z.B. durch absinkende Grundwasserstände setzt dagegen Nitrifikation ein, die erhebliche Mengen pflanzenverfügbaren Stickstoff freisetzen kann.
arme Böden Arme Böden sind in der Regel gut drainierte Sandböden mit geringen Anteilen speicherfähiger Schluff-, Ton- oder/und Humuspartikel.
mittlere Böden Mittlere Böden sind in der Regel lehmige Sandböden oder sandige Lehmböden mit höheren Anteilen speicherfähiger Schluff-, Ton- oder/und Humuspartikel.
reiche Böden Reiche Böden zeichnen sich durch eine sehr gute Speicherfähigkeit für Nitrate und Phosphate durch einen hohen Anteil an Schluff-, Ton- und Humuspartikeln aus. Die Nährstoffauswaschung ist sehr gering. Lehm- und Tonböden sind in der Regel reiche Böden.
sehr reiche Böden Sehr reiche Böden zeichnen sich durch eine meist sehr gute Speicherfähigkeit für Nitrate und Phosphate durch einen hohen Anteil an Schluff-, Ton- und Humuspartikeln aus und erhalten oft zusätzlich externe Nährstoffeinträge. Dies tritt z.B. auf Viehlägern, in Rieselfeldern, an Abwasserkanälen oder den Spülsäumen der Meeresküsten auf.
Klima/Frostsicherheit
frostfreie Lage Am Standort tritt niemals Frost auf. Dies ist z.B. in beheizten Wintergärten der Fall.
sehr wintermilde Lage Es treten regelmäßige, meist kürzere Frostperioden, allerdings ohne Tieffrostphasen auf.
Normal- bis winterrauhe Lage Die Standorte sind den üblichen mitteleuropäischen Winterverläufen uneingeschränkt ausgesetzt.
frostarme Lage Am Standort treten nur wenige, meist milde Frosttage auf. In Mitteleuropa können dies z.B. besonders geschützte Lagen im Weinbauklima sein.
ausgeprägte Warmlage Ausgeprägte Warmlagen treten in klimabegünstigten Regionen (Weinbauklima, großstädtische Innenstadtlagen) in kleinklimatischen Gunstlagen wie windgeschützten Südlagen oder Wärmeinseln auf.
hitzeanfällige Lage Hitzestandorte können auf windgeschützten, südexponierten Felshängen oder innerstädtisch in hochversiegelten, sonnenexponierten und windgeschützten Lagen entstehen.
luftfeuchte und/oder kühle Lagen Luftfeuchte, dann oft auch kühle Lagen entstehen in windgeschützten Schattenlagen mit frischem bis nassen Boden oder unmittelbar an Wasserflächen. Kaltluftsammelstellen in Geländevertiefungen oder hangseitige Lagen vor Gebäudeteilen verstärken den Effekt.
wintermilde Lage Die Standorte sind vor extrem tiefen Temperaturen oder extremen Winterverläufen geschützt.
Warmlagen Warmlagen treten außerhalb des Weinbauklimas und großstädtischen Innenstadtlagen v.a. in windgeschützten Südlagen auf.
Herkunft
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt Die Pflanze kommt vorrangig an Standorten vor, die sich durch warme Sommer und kalte Winter mit vergleichsweise geringen Jahresniederschlägen auszeichnen. In Mitteleuropa nimmt die Kontinentalität generell in östlicher Richtung zu. Auch im westlichen, generell ozeanisch geprägten Mitteleuropa können kleinklimatisch jedoch kontinental geprägte Standorte vorkommen.
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt Die Pflanze kommt vorrangig an Standorten vor, die sich durch kühlere Sommer und milde Winter mit vergleichsweise hohen Jahresniederschlägen auszeichnen. In Mitteleuropa nimmt die Ozeanität generell in westlicher Richtung zu. Auch im östlichen generell kontinental geprägten Mitteleuropa können kleinklimatisch jedoch ozeanisch geprägte Standorte vorkommen.
Tiefland Die Art kommt im Flachland (bis 150 m über dem Meeresspiegel) vor
Mittelgebirge (montan) Die Art kommt in Gebirgen in der Höhenzone oberhalb der Tallagen und unterhalb der Laubwaldgrenze vor. In den Nord-Alpen beginnt die sub-montane Vegetationsstufe bei etwa 700 m üNN und reicht mir der hochmontanen Stufe bis etwa 1.800 m üNN. Im zentralen Nepal liegt diese Grenze zum Vergleich bei etwa 3.800 m üNN. Oberhalb der hochmontanen Stufe gedeihen nur an Sonderstandorten noch Laubbäume.
alpin Die Art kommt in Gebirgen oberhalb der Laubwaldgrenze vor. Subalpine Vegetationsstufen werden von schwachwüchisgen Nadelwäldern bestimmt, die mit zunehmender Höhe in Krüppelformen (Krummholzzone) übergehen. In der alpinen Stufe fehlen Gehölze weitgehend, Stauden und Gräser bestimmen das Bild. In den Nord-Alpen beginnt die subalpine Stufe bei etwa 1.800 m ü.NN. Oberhalb von 3.000 m üNN schließt die nivale Stufe an, der Gefäßpflanzen weitgehend fehlen. In den chilenischen Anden zum Vergleich beginnt die subalpine Stufe erst in etwa 3.500 m Höhe üNN.
Hügelland (collin) Die Art besiedelt die übergangsregionen zwischen Tiefebenen und Gebirgsfüßen
BEWERTUNGEN
Sehr gering Es sind v.a. Großgehölze, die nach dem Anwachsen und der Kompensation des Wurzelverlustes auf geeigneten Standorten ohne pflegende Eingriffe dauerhaft im Komkurrenzkampf bestehen können. In Mitteleuropa ist dies ansonsten nur einigen sehr schattenverträglichen Waldstauden und vorsommergrünen Frühlingsgeophyten vergönnt.
Gering Einige wenige Gehölze, deren Etablierungsphase sich länger hinzieht, werden dieser Pflegestufe zugeordnet. Daneben gibt es einige konkurrenzkräftige, oft wuchernde oder zumindest stark in die Fläche drängende Hochstauden. Diesen reicht es auf geeigneten Standorten, wenn der Aufwuchs von Gehölzen gelegentlich unterbunden wird, um sich dauerhaft zu halten. Auch die meisten Wiesenarten kommen mit geringen Pflegeintensitäten aus und halten sich bei ein- bis zweimaliger Mahd pro Jahr.
Mittel Hier handelt es sich meist um Stauden, die ohne eine regelmäßige Beseitigung von Wildkräutern oder Eindämmung expansiver Begleitstauden innerhalb von zwei bis vier Vegetationsperioden verdrängt werden. Auf geeigneten Standorten kommen sie aber ohne Bewässerung aus.
Hoch Hierbei handelt es sich i.d.R. um konkurrenzschwache Stauden oder Einjährige, die auf relativ günstige Wuchsbedingungen angewiesen sind. Hier gedeihen auch Wildkräuter gut und verdrängen die oft lichtliebenden, schwachwüchsigen Arten rasch. Auch viele alpine Arten sind im Flachland konkurrenzschwach. Aufwändig zu kultivieren sind auch Arten, die dauerhaft sickerfeuchte Bedingungen benötigen und keine stauende Feuchte ertragen. Hier sind regelmäßige Bewässerungsgänge erforderlich.
Sehr hoch Hierunter fallen in erster Linie alle Pflanzen, die in Töpfen und Kübeln kultiviert werden müssen, weil sie nicht winterhart sind.
strukturbildender Solitär Solitäre sind als Individuen in der Lage, auch relativ großen Flächen über mindestens 3 bis 4 Monate ihren Stempel aufzudrücken. Sich wiederholende Solitäre halten auch sehr große Flächen optisch zusammen. Gemeinsam mit den ebenfalls strukturstarken Matrixpflanzen stellen Solitäre und Gruppen-Solitäre in der Regel 2/3 einer ganzjährig ansprechenden Pflanzfläche. Solitär einsetzbare Stauden gehören grundsätzlich zur Gruppe der sogenannten Strukturpflanzen. Sie sind sowohl einige Zeit vor und nach der Blüte zierend bzw. strukturstabil.
strukturbildender Gruppen-Solitär Pflanzen, die in kleineren Flächen als Solitäre eingesetzt werden können, wirken in größeren Flächen oft nur im Verbund mit einigen Artgenossen charakterbildend. Unter den Stauden sind nur wenige, wirklich dominante Arten nicht auch in Kleinstgruppen sinnvoll einsetzbar. Der Gruppenverband kann dabei auch sehr lose sein und als Gruppe von Solitären verstanden werden. Stauden, die als Gruppen-Solitäre einsetzbar sind, sind über mindestens drei Monate strukturell stabil. Sie gehören wie die Matrixpflanzen zur Gruppe der sogenannten Strukturpflanzen, die in dauerhaft ansprechenden Pflanzflächen 60-80% der Vegetationsdecke bilden.
Gruppen-Verbands-Pflanze Hier werden Pflanzen zusammengefasst, die nur im Verband mit relativ vielen Artgenossen das Erscheinungsbild einer Fläche prägen können. In der Regel handelt es sich um Stauden. Meist werden sie in größeren Gruppen oder häufig wiederholten Kleingruppen verwendet, in Mischpflanzungen auch als Streupflanzen mit hoher Wiederholungsfrequenz. Viele Arten sind nur für einige Wochen aspektbildend. Insbesondere die hier eingeordneten Stauden sind vor der Blüte oft unscheinbar und verfallen bald nach der Blüte. Einige der strukturstärkeren, in der Blüte meist dezenteren Gruppen-Verbands-Pflanzen sind aber auch als Matrixpflanzen verwendbar.
aspektbildender Flächenfüller Hier werden Pflanzen zusammengefasst, die mehr oder weniger vollflächig mit hohen Bestandsdichten verwendet werden können/müssen, wenn sie optische Wirksamkeit erlangen sollen. Sie bestimmen dann in der Regel zur Blüte/Fruchtzeit das Bild der Pflanzung, meist nur für einen Zeitraum von zwei bis sechs Wochen. Sie sind oft in der Lage, die Räume zwischen den dominanteren Strukturpflanzen auszufüllen und diese zu umfließen.
strukturbildende Matrixpflanze Immer- und wintergrüne Arten oder zumindest auch über Winter struktrustabile Pflanzen bilden die Basisstruktur aller Pflanzflächen, die eine mehr oder weniger natürliche und dennoch gepflegte Ausstrahlung entfalten sollen. Hierzu eignen sich v.a. viele grasartige Arten. Viele der niedrigen Sträucher sind dagegen in Massen gepflanzt meist sehr statisch und verbreiten schnell Friedhofsambiente. Matrixpflanzen geben den Grundtenor einer Fläche vor, der temporär von Solitären und Aspektbildnern überlagert wird. Matrixpflanzen stellen zusammen mit den ebenfalls struktrustabilen Solitären/Gruppen-Solitären in der Regel mehr als 2/3 der Vegetationsstruktur.
Gewässer/Gewässerrand
Oligotroph Ufer oder Wasserkörper stickstoff- und phosphatarmer Gewässer in Heidelandschaften, tiefer Rinnenseen in Waldgebieten oder von Bergseen sind in der Regel durch ausgesprochen klares Wasser gekennzeichnet. Lediglich Hochmoorgewässer können aufgrund der hohen Huminsäuregehalte bräunlich gefärbt sein.
Mesotroph Ufer oder Wasserkörper älterer oder flacher Seen in Naturlandschaften weisen überwiegend klares Wasser auf, die Algenblüte im Sommer ist nur mäßig ausgeprägt.
Nährstoffreich Ufer oder Wasserkörper älterer oder flacher Seen in Agrarlandschaften oder mit Zuflüssen von Siedlungsabwässern sind nur im Winterhalbjahr klar. Während der Vegetationsperiode, insbesondere im Hochsommer trübt die Algenblüte die Sichttiefen.
Moore und Sümpfe
Niedermoore Von mineralischen Zuflüssen gespeiste Sümpfe, in denen sich Streuanfall und Humusmineralisierung die Waage halten. Die Böden sind stark humos, aber nicht rein organisch geprägt. In Mitteleuropa sind Erlenbruchwälder die natürliche Klimaxvegetation.
Hochmoore Hochmoore sind extrem stickstoffarme, saure Standorte, deren Bodensubstrat von abgestorbenen Torfmoosen aufgebaut wird. Die nassesten Bereiche sind schwimmende Schwingrasen. Die zentralen Bereiche werden von Torfmoosen, Wollgräsern und Zwergsträuchern geprägt. In den etwas trockeneren Randbereichen gedeihen schlechtwüchsige Kiefern-Birken-Wälder.
Großröhrichte Großröhrichte finden sich je nach Uferprofil und Lichtbedingungen in schmalen bis breiten Säumen entlang von Gewässern ein. Sie sind mahdempfindlich. Schilfröhrichte werden traditionell in den Wintermonaten gemäht. Das Schilfrohr kann auch abseits von Gewässern dominante Landröhrichte an Feuchtstellen und als Folgegesellschaft brachgefallener Nasswiesen bilden. Sie stehen häufig im engen Kontakt mit Weidengebüschen.
Großseggenriede Großseggenriede lösen in der Verlandungsserie von Stillgewässern die Großröhrichte landeinwärts ab, wo die Bodenfeuchte und der Nährstoffgehalt etwas sinkt. Auf Standorten, die im Hochsommer soweit abtrocknen, dass sie bewirtschaftet werden können, leiten Sie zu den Nasswiesen über. Ohne Mad würden hier Au- oder Bruchwälder stocken.
Kleinseggenriede Auf stickstoffarmen, oft torfigen Substraten leiten die Kleinseggenriede zu den Moorgesellschaften über. Konkurrenzstarke Gräser gelangen nicht zur Dominanz, so dass sich oft artenreiche Vegetationsmosaike ausbilden.
Wiesen
Nasswiesen Nasswiesen sind traditionell zur Gewinnung von Einstreu für die Ställe einmalig im Spätsommer gemäht worden. Sie leiten zu den nur in trockenen Sommern genutzten Seggenrieden über. Eine Nutzung ist heute nicht mehr wirtschaftlich. Durch Brachfallen verarmen die artenreichen Nasswiesen floristisch und verbuschen.
Feuchtwiesen Feuchtwiesen sind nur im Sommer zu bewirtschaften und wurden in der Regel entwässert, um den Ertrag zu steigern. Nicht entwässerte Feuchtwiesen sind heute in der Regel nicht wirtschaftlich zu nutzen und fallen häufig brach. Damit verarmen sie floristisch und verbuschen bzw. bewalden sich mit Erlen oder Eichen-Hainbuchenwäldern.
Frischwiesen Frischwiesen und Frischweiden werden auf nahrhaften Böden drei- bis viermal zur Heugewinnung gemäht. Nährstoffarme Wiesen konnten im vorindustiellen Zeitalter nur ein- bis zweimal gemäht werden und lieferten minderwertiges Futter. Sie sind heute nur mit Düngung wirtschaftlich nutzbar. Die floristische Vielfalt der Extensivwiesen geht sowohl durch diese Nutzungsintensivierung als auch die Nutzungsaufgabe verloren.
Trockenrasen
Sandtrockenrasen Sandtrockenrasen sind niedrige, oft lückige Rasen auf rohen bis humosen Sandböden. Eine ausgeprägte Stickstoffarmut ist für die Existenz der Rasen mindestens ebenso entscheidend wie Trockenheit. Die Bodenreaktion ist meist sauer bis neutral, seltener aber auch alkalisch. Außerhalb der Trockenregionen stellen sie sich in Mitteleuropa nur in stark wasserabführenden Hanglagen ein. Auf bewegten Dünen können dauerhafte, artenarme Pionierrasen entstehen. Ansonsten verbuschen Sandtrockenrasen ohne gelegentliche Mahd oder Beweidung. Langfristig stellen sich lichte Kiefern- und Eichensteppenwälder ein.
Steppenrasen Die artenreichen Steppenrasen sind an Regionen mit weniger als 500 mm Jahresniederschlag gebunden. Sie kommen vorrangig in den sommertrockenen und winterkalten Trockengebieten von Brandenburg und dem Thüringer Becken vor. Die ausgesprochene Stickstoffarmut ist neben den klimatischen Bedingungen die zweite, ebenso wichtige Voraussetzung für das Entstehen von Steppenrasen. Sie sind durch Rohdung oder jahrhundertelange Waldweide entstanden. Ohne Bewirtschaftung verbuschen sie. Langfristig tritt die Wiederbewaldung mit lichten Eichen-Trockenwäldern ein.
Bodensaure Borstgrasrasen Die Borstgrasrasen stehen pflanzensoziologisch den Zwergstraucheiden nahe. Kennzeichnend sind saure, basen- und stickstoffarme Böden und vollsonnige Lagen. Borstgrasrasen kommen in unterschiedlichen Ausprägungen unter nassen bis trockenen Bedingungen am Rande von intakten Mooren, auf sickerfeuchten Silikat-Rohböden, auf trockengelegten Torfen und auf flachgründigen Silikat-Felsbändern vor.
Submediterrane Halbtrockenrasen Submediterrane Trockenrasen sind ausgesprochen wärmebegünstigte, im Sommer heiße Lebensräume mit hoher floristischer Artenvielfalt. Sie gründen meist über flachgründigen, immer aber stark durchlässigen und stickstoffarmen Kalkskelettböden. Ihren Verbreitungsschwerpunkt haben sie in den süd-westdeutschen Trockengebieten. Die mäßig trockenen Ausprägungen sind auf Mahd oder Beweidung angewiesen und trugen ehemals Buchen- und Eichen-Mischwälder am Rande der Trockengrenze dieser Waldformation. Die volltrockenen Ausprägungen kommen nur an südexponierten Steilhängen vor. Diese Rasen sind lückiger und stärker von Zwergsträuchern geprägt. Sie sind natürlicherweise baumfrei.
Lebensbereich
Gehölz/Wald Die Art kommt in von Bäumen überschirmten Habitaten regelmäßig vor. Neben Wäldern zählen hierzu auch größere Feldgehölze. In Wäldern herrschen ausgeglichenere Temperaturen und höhere Luftfeuchtigkeit als im Offenland. Die Licht- und Wurzelkonkurrenz der Gehölze ist für Stauden hoch. Zu den Waldstandorten werden aber auch Waldlichtungen gezählt.
Freiwasser Dauerhaft überstaute Gewässeruferbereiche und Wasserkörper
Wasserrand/Sumpf Nasse, zeitweise überstaute Flächen an Gewässerufern, in Bodensenken über stauenden Schichten, grundwassernahe Böden sowie Nieder- und Hochmoore.
Alpinum Hierunter werden montane bis alpine Standorte des Waldes und des Offenlandes gefasst. Solche Gebirgsstandorte zeichnen sich in der Regel durch skelettreiche bis felsige Böden aus. Sie sind häufig flachgründig, aufgrund der meist hohen Niederschlagsraten trocknen sie aber selten aus bzw. sind dauerhaft von Hangwasser durchsickert. Das Klima ist kühl und im Winter treten häufig sehr tiefe Fröste auf. Aufgrund der sicheren Schneedecke sind Stauden und Zwergsträucher davon jedoch gut isoliert und daher im schneearmen Flachland sogar frostgefährdet.
Wiesen Wiesen sind gehölzfreie, von Gräsern dominierte Flächen, die mindestens alle zwei Jahre gemäht werden
Felssteppen Felssteppen kommen nur in Bergregionen vor und unterscheiden sich von den Steppen des Tief- und Hügellandes durch den hohen Anteil sehr groben Felsmaterials im Bodenskelett. Die Böden sind wenig nahrhaft und können nur wenig Wasser halten. Sie liegen zudem häufig im Regenschatten einer Bergkette und sind süd-exponiert. In der alpinen Stufe sind diese Standorte natürlicherweise gehölzfrei, in der Montanstufe ist Beweidung erforderlich.
Steppen Steppen sind von Gräsern dominierte, entwaldete oder natürlich gehölzfreie Flächen auf trockenen Waldgrenzstandorten. Aufgrund von (sommerlicher) Trockenheit und Nährstoffarmut fällt Gehölzen die (Wieder-)Besiedelung schwer. In Mitteleuropa sind fast alle Steppenhabitate durch Entwaldung und nachfolgende Beweidung entstanden. Sie verbuschen bei Einstellung der Beweidung. Sie finden sich v.a. in kontinental geprägten Klimaten mit hohen Sommer- und tiefen Wintertemperaturen, sehr geringen sommerlichen Niederschlägen und stark durchlässigen Böden. Die Standorte befinden sich zusätzlich oft in abflussbegünstigenden, südexponierten Hanglagen.
Heiden Heiden sind in Mitteleuropa durch Entwaldung und anschließende Beweidung gehölzfrei gehaltene Flächen auf extrem stickstoffarmen, sehr durchlässigen Böden. Feuchtheiden in niederschlagsreichen Regionen und/oder Bodensenken leiten zu den Hochmooren über. In der Krautschicht dominieren Zwergsträucher und Gräser. Ohne menschliche Eingriffe (Beweidung/Plaggen/Brennen) bewalden sich Heiden wieder.
Gehölzrand/Staudenfluren Die Art kommt auf vorübergehend gehölzfreien Staudenfluren vor. Es handelt sich um ursprüngliche Waldstandorte, die durch Nutzung (Kahlschlag) oder sehr seltene Mahd weitgehend gehölzfrei gehalten werden. Hierunter fallen auch ruderale Staudenfluren, die durch Störnutzungen entstehen bzw. erhalten bleiben. Ohne Eingriffe entwickeln sich alle Staudenfluren in Mitteleuropa mehr oder weniger rasch zu Gebüschen, Vorwäldern und langfristig zu Wäldern. Bei Intensivierung der Mahd/Beweidung steigt der Anteil der Gräser und es entwickeln sich Wiesen und Weiden.
Einsatzbereich
Asiatisch-Exotischer Garten Die Pflanzen die hier verwendet werden können, unterstützen die Wirkung von klassischen chinesischen oder japanischen Gartenanlagen. Sie geben aber auch anderen, zeitgenössischen Gestaltungsprinzipien einen exotischen Duktus, der die üblichen Sehgewohnheiten durchbricht. Unter den geeigneten Pflanzen finden sich naturgemäß viele ost-asiatische Arten, es gibt aber auch eine Reihe nord-amerikanischer Arten, die fremdartige Wirkungen entfalten. Viele dieser Arten sind auch in mediterranen Gärten einsetzbar, während umgekehrt die charakteristisch-mediterranen Arten für asiatisch-exotische Verwendungen oft ungeeignet sind.
Bauerngarten Traditionelle bäuerliche Gärten verbanden das Nützliche mit dem Schönen. Nutz- und Zierpflanzen gehen eine enge Verknüpfung ein. Die typische Buchsbaumeinfassung ist Ausdruck der Aneignung herrschaftlicher Gestaltungsprinzipien und darf zumindest als Zitat auch in zeitgenössische Interpretationen des Bauerngartens nicht fehlen. Die zugeordneten Pflanzen haben oft einen traditionellen Nutzwert oder wurden schon vor der industriellen Revolution gärtnerisch verwendet. Später eingeführte Pflanzen finden sich nur in Ausnahmefällen wieder. Die Schnittmenge mit dem Klostergarten ist groß, wobei bei Letzterem strengere Maßstäbe an die historische Authentizität der Arten angelegt werden.
Mediterraner Garten Mit mediterrane Gärten werden zuerst immer sonnig-warme, von würzig duftenden, wintergrünen Halb-Sträuchern, immergrünen Hartlaub-Gehölzen und Palmen bestimmte Anlagen verstanden. Mediterrane Gärten haben aber natürlich auch schattige Partien oder Wasserflächen. Mediterrane Pflanzen zeichnen sich daher weniger durch trocken-warme Standortvorlieben aus, als vielmehr durch ein meist exotisches Erscheinungsbild. Allerdings spielen die auch bei uns beliebten Rosen und Hortensien in den Gärten des Mittelmeerraumes eine herausragende Rolle.
Terrassen-/Balkongarten Unter Balkon- und Terrassengärten sind Anlagen zu verstehen, die mangels Erdkontakt ausschließlich auf Kübelkultur zurückgreifen müssen. Geeignete Terrassenpflanzen zeichnen sich durch kompakte Wuchsformen und zumindest im Sommerhalbjahr durchgehend ansprechende Erscheinungsformen aus.
Repräsentative Gärten In repräsentativen Gärten ist eine hohe, fachkundige Pflegeintensität gewährleistet. Gleichzeitig ist der Nutzungsdruck geringer als im öffentlichen Raum. Daher können hier auch anspruchsvollere Pflanzen verwendet werden. Typische Pflanzen des pflegeextensiven öffentlichen Grüns sind zwar einsetzbar, erhalten aber wegen ihrer gewöhnlichen Ausstrahlung ungünstige Bewertungsstufen.
Wassergarten Pflanzen, die für Wassergärten geeignet sind, gedeihen im offenen Wasser oder ertragen dauerhaft feuchte Substrate. Pflanzen, die nur bewegtes, sauerstoffreiches Bodenwasser, also sickerfeuchte Bedingungen ertragen, werden nicht berücksichtigt.
Steingarten/Alpinum Alpinarien werden von Felsen bestimmt und liegen mehr oder weniger erhöht im Raum. In sehr großen Anlagen spielen können auch Sträucher und sogar Bäume eine Rolle spielen. Das typische Alpinarium wird aber von Stauden und Gräsern der Gebirge bestimmt.
Heidegarten Heidegärten zeichnen sich durch stickstoffarme, sandige oder rohhumusreiche Substrate aus. Die Vegetation wird von Zwerg- und Halbsträuchern und einzelnen Gräsern dominiert.
Steppenpflanzung Steppengärten zeichnen sich durch sandige, kiesige oder schottrige Substrate mit geringen Humusanteilen und mehr oder weniger schlechter Stickstoffversorgung aus. Die gut drainierten Substrate sind trocken bis mäßig trocken, immer sommertrocken. Horstige Gräser bilden das Gerüst der Pflanzung. Eine Mahd erfolgt frühestens einmalig im Herbst oder im Vorfrühling.
Waldgarten Waldgärten sind in ihren überwiegenden Teilen von Baumkronen überschirmt und flächendeckend dem Wurzeldruck der Gehölze ausgesetzt. Pflanzen der Waldgärten sind daher in der Lage, Schatten- und Wurzeldruck zu trotzen.
Klostergarten Klostergärten haben die in Mitteleuropa zeitweise verschüttete Gartenbautraditionen ab der Spätantike wiederbelebt. Sie hatten vorrangig die Aufgabe, medizinisch, aber auch für die Küche bedeutsame Pflanzen zu kultivieren. Die religiöse Symbolik spielte sowohl für die Gestaltung der Anlagen als auch für die Pflanzenverwendung eine große Rolle.
Straßenbegleitgrün Straßenbegleitgrün stellt in der Regel Verlegenheits- und Füll-Grün dar. Die Bepflanzung muss schon kurz nach der Fertigstellung ohne weitere Pflege auskommen und preisgünstig zu realisieren sein. Pflegearbeiten beschränken sich auf die Beseitigung von Unrat und gelegentlichen Rückschnitt von Sträuchern.
Straßenbäume Straßenbäume unterliegen v.a. in Innenstadtlagen erheblichen Stressfaktoren. Sie müssen mit stadtklimatischen Belastungen, oft beengtem Wurzelraum und versiegelten Wurzeltellern zurecht kommen können. Zudem dürfen sie die Verkehrssicherungspflicht nicht über Gebühr erschweren.
Grünanlagen geringer Pflegestufe Diese Grünanlagen stehen der Öffentlichkeit dauerhaft zur Verfügung. Sie verfolgen keine repräsentativen, sondern funktional auf die Naherholung ausgerichtete Ziele. Die Pflanzungen werden nach der Fertigstellungspflege nur ein- bis zweimal im Jahr gärtnerisch betreut und nicht bewässert (Strauchschnitt, Wildkrautbeseitigung).
Grünanlagen hoher Pflegestufe Diese Grünanlagen stehenn der Öffentlichkeit unkontrolliert zur Verfügung, werden aber von den Grünflächenämtern drei bis fünfmal jährlich von Wildkräutern befreit und Schnittmaßnahmen unterzogen. Eine Bewässerung erfolgt nicht. Funktionale sowie ästhetisch und repräsentative Ziele werden gleichberechtigt verfolgt.
Handelsgängigkeit
Hauptsortiment Die Pflanze wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von Standard-Baumschulen korrekt geliefert. Dies gilt nicht für alle Auslesen, hier muss mit Ersatzlieferungen gerechnet werden. Wenn es auf spezielle Sorten ankommt, sollte der Direktbezug über Versand-Gärtnereien gewählt werden.
Nebensortiment Die Pflanze ist nicht von allen Baumschulen lieferbar, es ist regelmäßig mit Ersatzlieferungen ähnlicher Arten/Sorten zu rechnen. Ein sicherer Bezug ist nur direkt über Versand-Gärtnereien gewährleistet.
Raritäten/Saatgut Die Pflanze wird nur selten oder gar nicht gehandelt. Von vielen Arten kann nur Saatgut bezogen werden.